Persönliche Daten in Online-Netzwerken:
Vorsicht auch bei Xing und Co.
19.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wissen Kriminelle zum Beispiel, wo der Netzwerknutzer am liebsten Urlaub macht, können sie schon in der Betreffzeile daran anknüpfen und so dessen Hemmschwelle senken, die Mail zu beachten. Öffnet der Empfänger die Phishing-Mail, kann sein PC etwa durch durch einen Trojaner ausgespäht werden, ohne dass er etwas davon merkt.
Auf diese Weise können die «Angreifer» dann noch an ganz Informationen gelangen als an Hobbys - nicht zuletzt an sensible Daten wie Pin-Nummern fürs Online-Banking. «Beim Öffnen von Mails ist deshalb immer Vorsicht geboten», sagte Gärtner - auch dann, wenn der Inhalt vertraut wirkt. Hilfreich sei außerdem, beim Virenschutz auf dem neuesten Stand zu bleiben, regelmäßig Patches aufzuspielen und sich über Sicherheitslücken zu informieren.
Wer bereitwillig ausplaudert, welchen Wein er am liebsten trinkt, in welcher Partei er Mitglied ist oder was er dem Partner am Sonntag kocht, muss sich nicht wundern, wenn diese Informationen in falsche Hände geraten. Die Gefahren, die das Veröffentlichen von persönlichen Inhalten im Internet hat, scheinen viele Nutzer nicht zu sehen.
Im Gegenteil, immer mehr wird das Netz zur öffentlichen Schaubühne: Einer im Frühsommer veröffentlichten Studie des Instituts Forsa zufolge haben rund neun Millionen Bundesbürger ein Profil bei einem Netzwerk wie Xing, StudiVZ oder Facebook. Das waren rund 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
«Im echten Leben ist es eigentlich genauso», sagte Matthias Gärtner: «Wenn ich überall rumerzähle, wann ich wo im Urlaub bin, dann weiß man eben auch, wann meine Wohnung leersteht.» Im Internet wissen es allerdings immer gleich noch potenziell viele Millionen andere mehr - das macht die Wahrscheinlichkeit des Datenmissbrauchs umso größer. (Gespräch: Andreas Heimann, dpa)

