14.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Immer gut sichtbar: Startseite von Fire Eagle Screenshot: nz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein neuer Geolocation-Dienst von Yahoo verspricht Nutzern eine einfache und sichere «Selbstfindung» im Netz. Datenschützer dagegen sprechen von «einem potenziellen Datenschutz-Alptraum».
Am Dienstag hat der US-Internetkonzern Yahoo seine Geolocation-Plattform Fire Eagle aus einer geschlossenen Testphase in eine öffentliche überführt. Seither reißt die Kritik von Datenschützern aus aller Welt nicht ab.
Fire Eagle ermöglicht es Interessierten, die Koordinaten des eigenen Aufenthaltsorts einfach und kostenlos in den Dienst hochzuladen und dort für unterschiedliche Anwendungen wie Webdienste und Widgets zu verwenden. So kann etwa der eigene Standort auf einer Online-Karte angezeigt werden, eine Funktion, die bisher überwiegend Taxizentralen und Speditionen zur Anzeige der Firmenfahrzeuge vorbehalten war.
Yahoo gibt dabei die Daten der Programmschnittstelle preis, sodass auch externe Entwickler Anwendungsmöglichkeiten für Fire Eagle programmieren können. Auf diese Weise konnte der Dienst schon in soziale Netzwerke wie Plazes und Outside.in, das Mikrobloggingsystem Pownce, die Blogplattform Movable Type und den Verkehrsdienst Dash integriert werden, wie das US-Portal «Cnet» berichtete.
«Potenzieller Datenschutz-Alptraum»Diese Verbreitung hat dafür gesorgt, dass bislang vor allem in den USA und Großbritannien Bedenken zum Datenschutz laut wurden. In England sieht das «Centre for Digital Democracy» in Fire Eagle nach Angaben der BBC «einen potenziellen Datenschutz-Alptraum». Kritiker in den USA befürchten, dass somit die Menge an persönlichen Daten im Netz noch einmal zunehmen werde und Einzelne auch von Anderen genau lokalisiert werden könnten, schrieb «MercuryNews.com».
Auch Yahoo scheint wegen des Datenschutzes alarmiert zu sein. So kann jeder User im Fire Eagle seine Daten einschränken. Dabei kann er wahlweise seinen persönlichen Standort verbergen oder mit einem einfachen Klick alle bisher im Dienst über ihn gesammelten Daten komplett löschen. (nz)