Vorschau auf die Ifa 2008: 

netzeitung.deFrontcooking und Fernseher mit RSS-Feed

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Menschen und Technik in Massen: Ifa-Gelände in Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Menschen und Technik in Massen: Ifa-Gelände in Berlin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Von der LCD-Glotze über Navigationsgeräte und Handys bis zur «Weißen Ware» und Dieter Bohlen: Was die diesjährige Ifa in Berlin, die erstmals nicht mehr Internationale Funkausstellung heißt, zu bieten haben wird.

Gucken ja, mitnehmen nein – nach diesem Motto verläuft ein Ifa-Besuch. Manchmal ist diese Regel frustrierend, denn die Internationale Funkausstellung in Berlin (29. August bis 3. September) hat für technikverliebte Verbraucher einiges zu bieten: Fernseher, DVD-Spieler, Hifi-Anlagen, MP3-Player, Kameras und Handys zum Beispiel. Zu Produkten aus der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik kommt in diesem Jahr erstmals in der Ifa-Geschichte eine weitere Gattung – die sogenannte Weiße Ware.

Diesen Begriff mag Ifa-Direktor Jens Heithecker nicht so sehr: «Wir reden hier auch von Kaffeevollautomaten, die teurer sind als so mancher Fernseher.» Und diese seien eben keine schnöde Weiße Ware, zu der traditionell Haushaltsgeräte aller Art zählen, sondern Produkte, die das Leben angenehmer machen. Nun ja, das tun Waschmaschinen auch. Und die sind neben den Kaffeemaschinen für Amateur-Baristas ebenso auf der Ifa zu sehen wie Kühlschränke, Mixer & Co. Der dafür in den Hallen 1 bis 4 reservierte Bereich heißt neudeutsch Home Appliances.

Apropos neudeutsch: Der Begriff «Internationale Funkausstellung» wurde getilgt. Stattdessen heißt die Messe jetzt «Ifa Consumer Electronics Unlimited». Mit Funk hat die Ifa ja auch nicht mehr viel zu tun. Stattdessen werden mit Hilfe von Hostessen, Promis und viel Bassgewummer vor allem Neuheiten aus der Welt der Unterhaltungselektronik präsentiert.

Neues aus der Fernsehwelt
Hauptattraktion dürften LCD-Fernseher mit großen Bilddiagonalen sein. Grundig etwa präsentiert mit dem Vision 9 sein neues Spitzenmodell, das im Anschluss an die Messe in den Handel kommt. Der Vision 9 ist in Größen von 37, 42 und 47 Zoll erhältlich und besitzt einen sogenannten Soundprojektor. Der Lautsprecher besteht aus 16 Miniboxen und soll Raumklang ohne die übliche 5.1-Anlage ermöglichen.

Ein 52-Zoll-Gerät ist das größte LCD-Modell, das Philips zeigen wird. Der niederländische Elektronikhersteller hat mehr als 6000 Quadratmeter Fläche gebucht und wird sich in der gesamten Halle 22 breitmachen. Um zu zeigen, wie die Produkte im Wohnumfeld genutzt werden können, lässt Philips laut Sprecher Georg Wilde ein stilisiertes Haus aufbauen, das Besucher von allen Seiten begehen können. Ähnlich viel Platz belegt Sony. Interessant dürfte auch ein Besuch bei Samsung werden. Der Hersteller zeigt einen LCD-Fernseher, der die vom Internet-Browser bekannten RSS Feeds darstellt.

HDTV
Der Trend geht bei LCD-Fernsehern zu immer flacheren Modellen. Den Messe-Veranstaltern zufolge werden mehrere Hersteller Geräte zeigen, die in einem nur noch 3,8 Zentimeter tiefen Gehäuse stecken. Dass diese Geräte HDTV darstellen können, ist selbstverständlich. Der sogenannte Satcorder Neptune von Trekstor kann HDTV empfangen und aufnehmen. Doch mit dem ersten HD-Satelliten-Receiver mit Festplatte dieses Herstellers lassen sich auch herkömmliche TV-Signale nutzen.

Und das ist auch gut so, denn den großen Durchbruch für in HDTV ausgestrahlte Programme wird auch die diesjährige Ifa noch nicht bringen. Dafür nimmt das Angebot an hochauflösenden Filmen aus der Konserve stetig zu. Blu-ray hat sich gegen HD DVD als designierter DVD-Nachfolger durchgesetzt, was sich auf der Messe an den vielen neuen Abspielgeräten zeigen wird: Philips zum Beispiel wird neue Blu-ray-Spieler mitbringen. «Hier sind wir in diesem Jahr auf dem Weg zum Massenmarkt», so Wilde. Auch Sony hat zwei Blu-ray-Spieler dabei.

Navigation und Stars
Einige Stars und Sternchen werden nicht nur aus der Konserve, sondern live auf der Ifa zu sehen sein: Am Freitag schaut etwa Dieter Bohlen am Stand von TrekStor vorbei. Und auch die No Angels haben ihr Kommen zugesagt. Am Samstagabend kommen im Sommergarten Schlagerfans auf ihre Kosten, wo Roland Kaiser dann seine «KaiserMania»-Show zelebrieren soll. Ein anderer Trend schwappt aus dem Fernsehen zurück ins wahre Leben – laut Ifa-Chef Heithecker wird auf der Messe so mancher Starkoch vor Publikum arbeiten: «Frontcooking ist angesagt.»

Einen weiteren Produktschwerpunkt bilden Navigationsgeräte. Entsprechende Geräte finden Besucher im Bereich Communication (Halle 6.2, 8.1 und 9). Zu den Ausstellern gehört neben Falk Marco Polo, Garmin, Navigon, Magellan und anderen auch TomTom: «Für uns geht der Trend zur Verbesserung der Kernfunktionen eines Navigationsgerätes», sagt Sarah Schweiger von TomTom. Die Routen sollen noch genauer berechnet und der Fahrer mit detaillierten Informationen zum Verkehrsgeschehen versorgt werden. Zur Ifa selbst reisen die Besucher aber besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Ifa kompakt
Die Ifa beginnt am 29. August und endet am 3. September. Sie ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet im Vorverkauf zehn Euro und an der Tageskasse 14 Euro. An Schüler, Studenten und Schwerbehinderte etwa werden ermäßigte Eintrittskarten verkauft. Die Tickets können auch online auf der Ifa-Website bestellt werden. (Sven Appel/ dpa)