Kampf gegen Aids:
Mit ein paar Mausklicks die Welt retten
Die in Berlin ansässige Stiftung Betterplace listet im Netz 250 Projekte aus mehr als 60 Ländern auf, teils von sehr kleinen, teils von großen Hilfsorganisationen wie Care und der Kindernothilfe. Es geht um Soforthilfe für Birma, Büchereien für Nepal oder das Schulgeld für Kinder aus Kamerun. Akribisch wird aufgelistet, was gebraucht wird und über das Voranschreiten des Projekts berichtet. Nutzer können einzelnen Vorhaben ihr Vertrauen aussprechen und sie empfehlen oder direkt Kontakt zu Projektbetreibern aufnehmen.
Die Plattformen kommen dem Bedürfnis der Spender entgegen, die Wirkung ihres gespendeten Geldes verfolgen zu können. Noch mehr «Mitmach-Internet» gibt es etwa bei der neuen Plattform elargio.de, wo Nutzer neben Spenden auch Aktionen für den guten Zweck einstellen können.
International ist die «Entwicklungspolitik 2.0» schon weiter. Mehr als 300.000 Nutzer hat die Plattform kiva.org, auf der Nutzer Mikrokredite an Menschen in Entwicklungsländern vergeben können - an Bäcker in Afghanistan oder Friseurinnen in Nigeria. Auch hier werden sie über Fortschritte auf dem Laufenden gehalten - und erhalten ihr Geld am Ende zurück, jedenfalls in 98 Prozent aller Fälle, wie die gemeinnützige Organisation versichert. Fast 37 Millionen Dollar wurden so schon vergeben. Ein ähnliches Prinzip verfolgt das vom Internet-Auktionshaus Ebay unterstützte microplace.com, das auch Zinsen zurückzahlt.
Aber: An der vermeintlichen Transparenz solcher Angebote zweifelt Marxen. «Der User ist kein Fachmann, nur aufgrund der Darstellung von Projekten im Internet kann er die Umsetzung nicht beurteilen.» Gute Fotos, emotionale Appelle und begeisterte Mit-Spender könnten trügen. Viele Hilfsprojekte liefen zudem über wesentlich längere Zeiträume, Erfolge zeigten sich nur schrittweise: «Entwicklungshilfe ist keine 'Daily Soap', über die man ständig berichten kann», sagt Marxen. (Ann Kathrin Sost, epd)

