Magazin kritisiert Webbrowser:
Apples Safari zu gefährlich
07.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Kompass des Safari-Icons (li.) schlägt gerade negativ für Apple aus
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit der fehlenden Phishing-Schutzfunktion im Browser gilt Apple 2008 erstmals als Hersteller mit den meisten kritischen Lücken. Doch auch die Safari bemängelnde Verbraucherzeitung geriet schon oft unter Beschuss.
Das US-Verbrauchermagazin «Consumer Reports» warnt in seiner Online-Ausgabe vor dem Einsatz des Apple-Browsers Safari. Er weise keine Funktionen zum Schutz vor Phishing-Angriffen auf.
Die Zeitschrift hatte bei ihren Lesern eine Umfrage zu Anti-Phishing-Toolbars durchgeführt. Sie ergab, dass Mac-User diese weitaus seltener anwenden als Windows-Anwender, obwohl ihre Rechner genauso oft Opfer von Phishing-Angriffen würden. Daher empfehlen die Autoren des Berichts «State of the Net 2008» eine solche Funktion für den Webbrowser Safari.
5500 neue Schädlinge erfundenSolange sollten die Internet-Surfer Browser mit Phishing-Schutz nutzen, etwa Firefox 3 und Opera oder kostenlose Toolbars wie den McAfee Site Advisor für Mac. Die Empfehlungen von «Consumer Reports» gelten jedoch als umstritten. So hatte das auf IT-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Radware erst kürzlich eine Sicherheitslücke im Browser Firefox 3 entdeckt.
Wie das IT-Portal «Heise Online» berichtete, musste das Magazin in der Vergangenheit nicht nur Testergebnisse nachträglich korrigieren. Für einen Virenscanner-Test kreierten die Macher sogar 5500 neue Schädlinge, um zu sehen, wie die Produkte darauf reagierten.
Auch Paypal unzufriedenWas die fehlende Anti-Phishing-Funktion in Safari betrifft, steht «Consumer Reports» mit seiner Forderung aber nicht alleine da. Auch der Bezahldienst Paypal soll schon Kritik geäußert haben. Apple hatte angeblich schon 2006 eine entsprechende Schutzfunktion in Safari eingebaut, sie aber wegen der Verspätung von Leopard wieder fallengelassen.
Nach Angaben des IBM-Sicherheitsdienstleisters ISS führt Apple dieses Jahr erstmals die Liste der Hersteller mit den prozentual meisten kritischen Lücken an. Erst an dritter Stelle liegt Microsoft. Dafür besetzt Microsoft Platz Eins der «X-Force 2008 Trend Statistics» über die am stärksten betroffenen Exploits-Opfer. (nz)