Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Hindernisse bei der Internationalisierung: 

Null Bock auf Facebook

06. Aug 2008 09:28
Facebook ist beliebt, aber nicht überall auf der Welt
Bild vergrößern
Facebook will hoch hinaus: Seit Februar hat das Portal 18 Ableger außerhalb der USA eingerichtet, 54 weitere sind geplant. Doch in vielen Ländern ziehen die Nutzer andere soziale Netzwerke vor - und nicht alle lassen sich verklagen.

Als Online-Gemeinschaft der akademischen Szene in den USA gegründet, hat Facebook in den vergangenen Jahren eine immer stärkere Eigendynamik gewonnen. Doch bei der Entwicklung außerhalb der vereinigten Staaten stößt das Unternehmen auf etliche Hindernisse.

In vielen Ländern gibt es bereits fest etablierte Community-Portale, die nach dem gleichen Prinzip wie Facebook funktionieren: Im Zentrum steht die Erstellung von persönlichen Profilen, die mit einer Vielzahl von Web-Anwendungen wie zum Beispiel einer Fotogalerie belegt werden.

Klage gegen StudiVZ vor Gericht

Das US-Unternehmen hat die entsprechenden Websites im Ausland bislang ignoriert, seine Haltung nun aber offenbar geändert. Gegen den deutschen Marktführer StudiVZ, das zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehört, wurde eine Klage vor einem kalifornischen Gericht eingereicht. Bei StudiVZ betrachtet man den Vorstoß gelassen und wartete zu Beginn dieser Woche noch auf die offizielle Zustellung der Klage.

«Es gibt weltweit zahlreiche soziale Netzwerke», erklärte StudiVZ-Chef Marcus Riecke. «Facebook war nicht das erste und ist beileibe nicht das Einzige.» In englischsprachigen Ländern hat es Facebook einfacher. In Großbritannien ist Facebook das meistgenutzte «Social Network». In Frankreich gehört es nach Erhebungen des Instituts comScore immerhin zu den drei führenden Anbietern. Ähnlich wie in Deutschland gibt es für Facebook aber auch in Russland Probleme.

«Ich glaube nicht, dass sie zu Facebook wechseln»

Dort hat die russischsprachige Community Vkontakte bereits mehr als 14 Millionen Mitglieder. «Alle meine russischen Freunde sind bei Vkontakte», sagt die 21-jährige Moskauerin Galina Ryasanowa. «Ich glaube nicht, dass sie zu Facebook wechseln, weil sich jeder bereits bei Vkontakte eingerichtet hat.» Galina nutzt Facebook für den Kontakt zu ihren Bekanntschaften außerhalb von Russland, schaut dort aber nur etwa einmal im Monat vorbei. Bei Vkontakte sei sie jedoch drei oder vier Mal in der Woche, erklärt die Moskauerin.

Facebook-Entwickler Alex Moskaljuk sagt, sein Unternehmen verfolge nicht die Strategie, Mitglieder von anderen Communities abzuziehen. «Man kann seine Zeit entweder damit verbringen, sich Sorgen über den Wettbewerb zu machen oder das eigene Produkt weiter zu verbessern», sagt der Programmierer. «Wir haben uns für die zweite Option entschieden.»

In Russland lieber Vkontakte

Facebook-Sprecherin Jaime Schopflin sieht den Vorteil des eigenen Unternehmens vor allem in der internationalen Reichweite, was nationale Anbieter nicht leisten könnten. «Sie können Zulauf in einzelnen Ländern gewinnen, sind aber nicht in der Lage, sich dem globalen Wettbewerb zu stellen», sagt die Firmensprecherin.

Aber die sozialen Netzwerke sind ein Spiegel des realen Lebens. Und daher sind die meisten Internet-Nutzer wenig geneigt, in eine Nachbarschaft umzuziehen, wo sie keine Freunde haben. «Facebook ist amerikanisch und Vkontakte ist russisch», sagt Ryasanowa. «Das ist der Hauptunterschied. Es wird schwer für Facebook, Vkontakte abzulösen.»

Aus Scrabulous wird Wordscraper

Unterdessen muss sich das US-Portal noch mit einem ganz anderen Problem auseinandersetzen: Mit einem neuen Namen, neuen Regeln und neuem Design haben die Entwickler der populären Facebook-Anwendung Scrabulous auf eine Markenrechtsklage des Scrabble-Herstellers Hasbro reagiert.

Zwei Tage lang war das Spiel für Facebook-Nutzer in den USA und Kanada nicht zu erreichen. Jetzt ist dort aus Scrabulous ein Wordscraper geworden. Für Nutzer in Europa hat sich nichts geändert, zumal es Facebook abgelehnt hat, die Anwendung zu blockieren. Weiterhin verfügbar ist das Spiel auch auf der Web-Site der beiden indischen Entwickler Rajat und Jayant Agarwalla. (Paul Sonne/AP)
 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zum Tarifrechner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.