01.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Schöner Schein? Startseite von Cuil Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Sie durchforstet mehr Seiten als Google, speichert keine Nutzerdaten und hat zum Start für großes Aufsehen gesorgt. Ein deutscher Suchmaschinenexperte rät trotzdem vorerst von der Nutzung von Cuil ab.
Die mit viel Wirbel am Sonntag gestartete Suchmaschine Cuil ist deutschen Nutzern derzeit nur eingeschränkt zu empfehlen.
Suchen unter Cuil.com fördern zwar auch deutschsprachige Seiten zutage. «Aber der Algorithmus, der für die Reihenfolge der Treffer sorgt, ist noch nicht ausgereift», sagte Wolfgang Sander-Beuermann, Leiter des Suchmaschinenlabors des Regionalen Rechenzentrums Niedersachsen in Hannover.
Das führt etwa dazu, dass nach Eingabe eines Suchbegriffs wie «Werder Bremen» die offizielle Homepage des Fußball-Bundesligisten noch nicht einmal auf der ersten von mehreren Seiten mit Treffern auftaucht. Bei Google ist sie dagegen Treffer Nummer eins. Daneben werden laut Sander-Beuermann Umlaute nicht richtig dargestellt. «Und die Zuordnung der Bilder zu den Texten stimmt häufig nicht.»
Keine großen ChancenInsgesamt biete die Suchmaschine aus technischer Sicht nicht genug Neues. Positiv hob der Suchmaschinen-Experte jedoch hervor, dass bei Cuil die Treffer nicht wie üblich nur untereinander zu sehen sind. Stattdessen gibt es wahlweise drei oder zwei Spalten nebeneinander. «Cuil nutzt die Bildschirmbreite sinnvoll aus.»
Die Zukunftsaussichten für die Suchmaschine, die ihren Betreibern zufolge mehr als 120 Milliarden Webseiten umfasst, bezeichnet Sander-Beuermann als nicht allzu rosig. «Ich würde meinen, die haben ihren Namen damit verbrannt - es sei denn, da kommt noch ein ganz großer Hammer.» Anzeichen in dieser Richtung gebe es derzeit aber nicht.
Cuil durchforstet nach eigenen Angaben 120 Milliarden Webseiten, sammelt kaum personenbezogene Nutzerdaten und wird unter anderem von ehemaligen Google-Mitarbeitern betrieben. (nz/dpa)