Olympische Spiele und Zensur:
Wie China unliebsame Webseiten blockiert
31.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Machthaber sperren unter anderem die Portale von ausländischen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, exiltibetischen Organisationen, des US-Senders Radio Free Asia oder das chinesische Angebot der Deutschen Welle. «In China sind alle Anbieter von Internetzugängen zur Kooperation mit der Regierung verpflichtet», erklärt René Wienholtz, Technologie-Vorstand der Strato AG aus Berlin. Damit können die Zensoren den gesamten Datenverkehr filtern, bevor er die Nutzer erreicht.
Die Unternehmen können mit Filtern verhindern, dass die Datenbanken die IP-Adressen regimekritischer Portale ausliefern. Gleichzeitig blockieren sie den direkten Zugriff, so dass Nutzer auch mit der Eingabe der komplizierten Nummernkombination - bei Amnesty zum Beispiel 78.136.0.19 - nicht zum Ziel kommen. Die beiden Methoden, DNS-Filter und IP-Blocker, sind technisch gesehen vergleichsweise einfach umzusetzen.
Von besonderer Bedeutung für die Internet-Zensur in China sind Suchmaschinen. Wie der heimische Anbieter Baidu filtern auch Anbieter aus dem Ausland systemkritische Inhalte aus den Suchergebnissen heraus. «Selbst Google hat sich in China der Zensur unterworfen und zeigt bestimmte Websites nicht an», berichtet Experte Wienholtz. (dpa)

