Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Sicherer als Raubkopien: 

Wo Studenten Software-Rabatte bekommen

31. Jul 2008 07:58
Und noch eine Alternative: Open Office
Bild vergrößern
Von Microsofts Office bis Adobes Creative Suite: Wer als Student Raubkopien misstraut und zu wenig Geld für teure Software hat, muss trotzdem nicht leer ausgehen. Viele Anbieter bieten Uni-Sonderpreise.

Schon für den Semesterbeitrag und meist auch für die Studiengebühren ist ein tiefer Griff in die Geldbörse nötig. Dazu müssen Studenten die Miete für ihre Bude stemmen, der Rechner und das Handy kosten Geld - und dann ist da noch die nötige Software: Das Standard-Handwerkszeug - Microsofts Office-Paket - etwa schlägt mit 460 Euro zu Buche. Grafik-Studenten brauchen teure Anwendungen wie etwa Adobes «Creative Suite» - Kostenpunkt knapp 2400 Euro. Doch klamme Studis können aufatmen: Bei etlichen Herstellern bekommen sie Rabatte.

Bis zu 85 Prozent Sparpotenzial sind dadurch drin, zeigte ein Test der in München erscheinenden Computerzeitschrift «Chip» von Ende 2007. Demnach war zum Beispiel die «Creative Suite 3 Design Premium» für 329 Euro zu haben. Das ist zwar auch nicht geschenkt, aber viel billiger als regulär. Die «Home and Student»-Version von Microsoft Office kostete nur 95 Euro. Und der Hersteller Steinberg gab auf die Musiksoftware «Cubase» 30 Prozent Studentenrabatt.

«Die verbilligten Angebote leisten in der Regel genauso viel wie die Standardausführungen», sagt Fabian von Keudell von der «Chip». Beim Office-Studenten-Paket etwa fehlt lediglich das E-Mail-Programm Outlook. Manchmal müssen Studis auf den Webseiten der Hersteller aber nach den Angeboten suchen, ergab der Test der Computerzeitschrift.

An den Hochschulen informieren

Eine Alternative sind Internet-Shops, die Software verschiedener Hersteller mit Studentenlizenzen und zu entsprechend herabgesetzten Preisen verkaufen. Einschlägige Adressen sind Academic-Center.de, Educheck.de, Unimall.de oder Journeyed.de.

Auch über ihre Uni können Studierende Software zu Spezialtarifen erstehen, sagt Morten Hendricks vom Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft in Berlin: Einige Hochschulen haben Abkommen mit Herstellern über günstigere Preise getroffen. «Studenten sollten sich bei ihrer Uni erkundigen, welche Programme sie ihnen anbietet.»

Der Haken dabei: Die Spezialangebote sind in der Regel nur für den Uni-Gebrauch zugelassen, so Astrid Auer-Reinsdorff, Fachanwältin für IT-Recht aus Berlin. Wer sie also zu Hause am Rechner privat oder für den Nebenjob nutzt, riskiert, Schadensersatz zahlen zu müssen.

Mit Lizenz und Backup-CD

Wer Software noch günstiger erstehen will, kann sein Glück bei Ebay versuchen. Allerdings fällt dort mancher auf die Nase. Fabian von Keudell rät, nur Originalprodukte zu ersteigern - mit Lizenz und Backup-CD. Auch die Originalverpackung ist ein gutes Indiz. Doch auch ein Programm, das mit allem Drum und Dran beim Käufer ankommt, kann gefälscht sein, warnt Astrid Auer-Reinsdorff. Bei Gebrauchtsoftware sei das Risiko noch höher: Möglicherweise nutzt der Verkäufer sie selbst weiter - und der Käufer verstößt damit gegen die Lizenz.

Um die Gefahren zu minimieren, nehmen Nutzer den Anbieter besser genau unter die Lupe: «Hat er vorher nur Socken verkauft, sollte man vielleicht skeptisch sein», sagt Auer-Reinsdorff. Sie empfiehlt auch, darauf zu achten, wie und zu welchen Preisen er Programme anbietet: «Wenn eine neue Office-Professional-Vollversion nur 100 Euro kostet, stimmt irgendwas nicht», so die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft IT beim Deutschen Anwaltverein (DAV) in Berlin.

Besser keine Raubkopien

Ganz einfach ist billige Software offenbar nicht zu haben. Warum das Grafik-Programm oder die Textverarbeitung also nicht doch beim Kommilitonen kopieren? Weil es sich dabei um eine Raubkopie handelt und der Nutzer sich daher strafbar macht, lautet die erste Antwort.

Aber auch ganz praktische Dinge sprechen gegen Raubkopien, wie von Keudell erläutert: Macht das Programm schlapp, und die fast fertige Seminararbeit ist von einem auf den anderen Moment weg, gibt es keine Unterstützung vom Hersteller. Zudem «könnte die Raubkopie mit Viren gespickt sein», die unter Umständen den Rechner lahmlegen. Läuft es noch unglücklicher, haben Hacker Schnüffelprogramme eingepflanzt, die geheime Daten der Besitzer ausspähen.

Sicher und billig zugleich sind also nur die Sonderangebote der Hersteller - obwohl sie letztlich «eine simple Art der Werbung» sind, wie Fabian von Keudell erläutert: Die Unternehmen wollen junge Kunden an sich binden, die sich später mit ihren Produkten für den Beruf ausstatten oder sie ihren Kindern empfehlen. Studenten schonen also ihren Geldbeutel - um ihn später möglicherweise umso stärker zu strapazieren. (Felix Magin/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zum Tarifrechner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.