Neue Studie zur Computerspielsucht: 

netzeitung.deLanges Spielen muss nicht süchtig machen

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Spaß ist wichtig: Computerspieler (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Spaß ist wichtig: Computerspieler
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Eine Studie der Universität Landau unter jugendlichen Computerspielern kommt zu dem Ergebnis, dass 11,3 Prozent der Befragten pathologisches Verhalten aufweisen. Sie benennt einen wichtigen Faktor, der zur Sucht führen kann.

Kinder und Jugendliche, die regelmäßig viel Zeit mit Computerspielen verbringen, sind damit noch nicht automatisch süchtig. Dies ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Studie des Landauer Zentrums für empirische pädagogische Forschung.

Krankhafte Züge weise das Spielverhalten erst auf, wenn Schule und soziale Kontakte vernachlässigt würden, der Betroffene selbst Schwierigkeiten habe, das Spiel zu beenden, sowie unruhig oder gereizt reagiere, wenn er längere Zeit nicht gespielt habe. Die Autoren der Studie hatten insgesamt 688 Kinder und Jugendliche nach ihrem Spielverhalten befragt.

Dabei ergab sich nach Angaben des Zentrums, dass bei 11,3 Prozent der Befragten das Spielverhalten als pathologisch einzustufen ist. Wie der Leiter des Zentrums, Reinhold Jäger, berichtete, handelt es dabei sich vor allem um Kinder und Jugendliche, die sich von ihrer aktuellen Lebenssituation überfordert fühlen und das Spielen am Computer als Bewältigungsstrategie einsetzen. Bei der Mehrzahl der krankhaften Spieler handele es sich um Jungen.

Zufriedenheit ist wichtig
Die Studie ergab zudem, dass die «pathologischen Computerspieler» deutlich weniger zufrieden sind mit Schule, Freizeit, Familie oder Freunden als andere Spieler. Dies gelte gerade auch im Vergleich zu den reinen «Vielspielern», Kindern und Jugendlichen also, die fast jeden Tag bis zu zwei Stunden am Computer spielen, ansonsten aber unauffällig seien.

Die Autoren der Studie rieten Eltern, auf ein möglicherweise suchtartiges Spielverhalten mit Augenmaß zu reagieren. Ein simples Computerspielverbot helfe nicht weiter: «Möglicherweise besitzen die Betroffenen keine andere Strategie, mit ihren Sorgen und Belastungen umzugehen.» Sinvoller sei es daher, sich zunächst einmal in das Kind oder den Jugendlichen hineinzuversetzen und zu verstehen, warum der Betroffene exzessiv am Computer spiele.