Apples iPhone in Japan:
Wo ist das Loch für den Handyanhänger?
23.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Jugendliche in Japan finden es selbstverständlich, über die Infrarotverbindung ihrer Handys Telefonnummern, E-Mail-Adressen und anderen Kontaktinformationen auszutauschen. Der Verlust dieser Möglichkeit könnte das gesellschaftliche Aus in der Dating-Szene bedeuten. Das iPhone verfügt zwar über Bluetooth, hat aber keine Infrarotschnittstelle.
Japanische Handy-Nutzer müssen sich wohl auch erst daran gewöhnen, dass für die iPhone beide Hände gebraucht werden. Japaner schreiben ihre Textbotschaften für gewöhnlich nur mit einem Daumen. Erfahrene Texter werden als «oyayubi zoku» bezeichnet, als Mitglieder des «Daumen-Stamms».
Auch das vielgepriesene Design des iPhones lässt für japanische Kunden Wünsche offen: Es fehlt ein kleines Loch, um Handyanhänger anzubringen. Was westliche Nutzer vielleicht kindisch finden, erfreut sich in Japan großer Beliebtheit.
Auch der japanische Vertragspartner Softbank nannte keine Zahlen, sondern erklärte lediglich, das iPhone sei am ersten Tag ausverkauft gewesen. Die japanischen Käufer räumen ein, dass das iPhone auch nützliche Neuerungen mit sich bringt. Tohyama beeindruckt besonders der schnelle Internetzugang. Auch japanische Handys können Webseiten darstellen, allerdings deutlich langsamer und weniger bunt als das iPhone. Videoclips wie zum Beispiel von Youtube laufen auf den japanischen Mobiltelefonen nicht, wohl aber auf dem iPhone.
«Bis ich ein iPhone hatte wusste ich gar nicht, wie beschränkt die japanischen Inhalte waren», sagt Tohyama. «Es war absolut kein globaler Standard.» Auf seine Smiley-Icons will er jedoch trotzdem nicht verzichten und darum sein altes Handy behalten. Andere neue iPhone-Besitzer haben andere Sorgen. Der 37-jährige Shunji Hagii kann gut auf seine Icons verzichten, sagt aber über sein iPhone: «Ich wünschte, die Akkuleistung wäre besser.» (Yuri Kageyama/AP)

