Webnavigation für Blinde: 

netzeitung.deWenn das Netz plötzlich spricht

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Studentin Lindsay Yazzolino mit Web Anywhere (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Studentin Lindsay Yazzolino mit Web Anywhere
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine neue Internet-Anwendung soll Blinden helfen, an jedem Ort ins Internet gehen zu können. Danach können sie sich Webseiten vorlesen lassen. Ein US-amerikanischer Student hat die Software entwickelt.

Mit einer kleinen Webapplikation will ein US-amerikanischer Student Blinden das Navigieren im Internet erleichtern. Jeffrey Bigham von der Universität von Washington entwickelte das Programm Web Anywhere, das kostenlos von praktisch jedem PC aus einzusetzen ist.

Blinde können damit von einem öffentlichen Computer am Flughafen aus ihre Abflugzeiten prüfen, in der Bibliothek eine Busfahrt planen oder im Internet-Café ihre E-Mails abrufen. Der Blinde muss dafür online gehen, was an einem fremden Computer nicht immer einfach ist.

Bigham fand jedoch in Gesprächen mit Betroffenen heraus, dass die meisten Sehbehinderten viele Eingabehilfen über die Tastatur kennen und sich auch nicht scheuen, um Hilfe zu bitten. Einmal im Netz, kann der Blinde Web Anywhere nutzen, um sich jede Seite vorlesen zu lassen, solange der Computer über Lautsprecher oder Kopfhörer verfügt.

Bigham hofft, dass andere Entwickler sein Open-Source-Programm weiter verbessern. Sein Professor Richard Ladner setzt darauf, dass eine kommerzielle Suchmaschine Web Anywhere als Modul ins Angebot aufnimmt. Er fordert, dass Webdesigner künftig auch an Sehbehinderte denken, wenn sie Seiten entwerfen. Auf diese Weise könnten Informationen für alle leichter zu finden sein.