PC-Displays für jeden Anwender:
Welcher Bildschirm passt zu mir?
19. Jul 2008 10:22
 |  Größe ist nicht alles: Mann am Bildschirm | Foto: dpa |
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Lieber groß und klotzig oder lieber kleiner und mit schnellen Bildwechseln? PC-Monitore gibt es in vielen Formaten und zu unterschiedlichen Preisen. Welcher der richtige ist, ist auch eine Frage des Blickwinkels.
Der Bildschirm ist das wichtigste Bindeglied zwischen PC und Benutzer. Wie toll der Rechner auch sein mag, ohne den passenden Monitor geht nichts. Welcher Monitor passt, entscheidet der Anwender. «Man muss sich vor dem Kauf fragen: Was will ich mit dem PC machen?», sagt Jaroslav Smycek von der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover. Einige Bildschirme überzeugen durch schnelle Bildwechsel, die für Spieler wichtig sind. Andere Modelle punkten bei Helligkeit, Kontrast und Farbtiefe und bieten zudem einen großen Blickwinkel.
Obwohl fast alle Flachbildschirme derzeit auf LCD-Technik basieren, gibt es Unterschiede: «TN + Film ist die gängige Technik. Diese Bildschirme liegen im unteren Preissegment» sagt Josef Reitberger, der bei der Computerzeitschrift «Chip» in München das Testcenter leitet. Der Vorteil von TN-Monitoren liegt neben den günstigen Anschaffungskosten vor allem in einer schnellen Bildaufbauzeit. Da sich die Unterschiede jedoch im Millisekundenbereich bewegen, sind sie nur für Spieler relevant. Bei Office-Anwendungen kommt es dagegen weniger auf die Geschwindigkeit als vielmehr auf Kontrast, Betrachtungswinkel und Farbtreue an. «Hier haben MVA, PVA und S-IPS-Displays deutliche Vorteile», sagt Reitberger. Sie kosten jedoch auch mehr. TN-Dipslays gibt es bereits für weit unter 200 Euro. Die Preise für MVA- und PVA-Displays fangen dagegen erst bei 500 Euro an. «IPS-Displays bewegen sich in der 2000-Euro-Klasse. Das ist zum Beispiel etwas für Grafiker», sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin.
Guter Monitor überlebt zwei PCs
Eine Investition von mehreren hundert Euro lohnt sich nach Ansicht der Experten vor allem für Vielnutzer, die täglich länger als nur eine halbe Stunde vor dem Computer sitzen. Denn das Geld ist auf lange Zeit angelegt: «Ein guter Monitor sollte locker zwei PCs überleben», sagt Josef Reitberger von der «Chip». Neben der LCD-Technik machen noch andere Features den Preis aus: «Das Display sollte höhenverstellbar sein», sagt Peter Knaak. Billig-Angebote bieten das nicht. «Außerdem ist es gut, wenn man den Bildschirm nach vorne oder hinten neigen kann.» Einige Displays sind verspiegelt. «Spiegelnde Bildschirme sind zwar beim DVD-Gucken vorteilhaft, weil die Farben brillanter und die Konturen schärfer erscheinen», so Jaroslav Smycek. «Aber beim Arbeiten kann es stören.»
Auf Pixelfehler achten
Zwar haben die neuesten LCD-Displays kaum noch Probleme mit sogenannten Pixelfehlern - sie können aber auftreten. Sie sind jedoch kein Grund, den Bildschirm als «fehlerhaft» zurückgeben zu können. «Die ISO-Norm erlaubt sehr große Pixelfehlerraten», sagt Smycek. Er empfiehlt daher, den Bildschirm im Geschäft auspacken zu lassen, einen schwarzen Hintergrund einzustellen und dann nach einem leuchtenden Punkt zu suchen - ist dieser zu sehen, hat der Bildschirm einen Pixelfehler, und das Gerät bleibt stehen. Auch in Bezug auf die Größe des Bildschirms sollten Verbraucher gut überlegen, was wirklich notwendig ist. 19-Zoll-Monitore setzen sich derzeit als Liebling bei den Käufern durch. «15-Zoll-Monitore sind Exoten geworden und selbst 17-Zöller werden praktisch vom Markt verdrängt», sagt Josef Reitberger von «Chip». Verbraucherschützer Smycek empfiehlt besonders für die Augen 19-Zoll-Monitore. «Dann ist die Schrift nicht so klein.» Auch 22-Zoll-Monitore sind mittlerweile durchaus erschwinglich. Wer viel mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeitet, für den lohnt sich diese Größe.
Auch mal von der Seite schauen
«Bei einem großen Bildschirm, der nahe vor den Augen steht, ist wieder der Blickwinkel von Bedeutung», sagt Peter Knaak. Vor allem die Ränder werden dann von einer schrägen Perspektive aus gesehen. Knaak rät deshalb dazu, den Bildschirm im Elektrogeschäft von allen Seiten aus zu prüfen. Wie wirkt das Bild, wenn man von rechts oben guckt? Auch die technischen Angaben des Herstellers verraten etwas über die Blickwinkel-Stabilität. «Meist sind um die 160 bis 180 Grad angegeben. Je höher und damit weitwinkliger, desto besser. Blickwinkel, Farben, Kontrast, Reaktionsgeschwindigkeit - wer in allen Punkten gute Werte erzielen will, muss für einen Monitor mehr ausgeben als 200 Euro, da sind sich die Experten einig. «Die Billig-Displays sind auf dem Stand der Technik von vor drei Jahren», sagt Knaak. Er empfiehlt Geräte der mittleren Preisklasse von 500 bis 1000 Euro. «Die sind schon um Längen besser.»
Den richtigen Anschluss nicht verpassen
Sehr günstige Displays haben oft nur einen analogen VGA-Anschluss. «Ein digitaler DVI-Ausgang ist immer besser», sagt Josef Reitberger von «Chip» in München. Ist eine solche Schnittstelle nicht vorhanden, wandelt die Grafikkarte das digitale Videosignal des PCs erst in ein analoges Signal um, das dann am Monitor wieder digitalisiert wird. Das führt mitunter zu Qualitätsverlusten bei der Bildwiedergabe.Ebenfalls sinnvoll sind USB-Anschlüsse am Monitor. So muss man nicht unter den Tisch krabbeln, um einen Massenspeicher am PC-Turm anzuschließen. (Vivien Leue/dpa)