Der Physiker und Chemiker Moore hatte seine Prognosen 1965, nur wenige Jahre nach der Erfindung sogenannter integrierter Schaltungen und noch vor der Gründung von Intel erstmals in der Fachzeitschrift «Electronics» dargestellt. Er präzisierte seine Ansichten zehn Jahre später noch einmal in einem anderen Aufsatz, der fortan als Grundlage für das Mooresche Gesetz gilt. In der damals noch sehr jungen Industrie war es vor allem wichtig, verlässliche Ausblicke zu entwerfen, die die Computerbranche für ihre Planungen nutzen konnte. Moore war davon ausgegangen, dass nur eine immer preisgünstigere Herstellung immer leistungsfähigerer Bauteile das Wachstum der Branche und die weltweite Verbreitung von Computern antreiben kann. In den vergangenen Jahren wuchs allerdings auch Kritik an diesem Geschäftsmodell. In immer schnelleren Abständen gelten Computer heute als veraltet, weil auch die jeweils aktuelle Software immer leistungs- und speicherhungriger wird.
Bis heute gab es immer wieder Prognosen, wann das von Moore beschriebene exponentielle Wachstum zumindest an seine natürlichen physikalischen Grenzen stoßen muss. Moore selbst hatte im vergangenen Jahr seinem Gesetz noch eine Gültigkeitsdauer von rund zehn bis 15 Jahren gegeben, andere Intel-Manager wie Pat Gelsinger gehen inzwischen davon aus, dass der Grundsatz noch bis 2029 Gültigkeit haben wird. (dpa)