Vom virtuellen ins echte Leben:
Wenn sich Chat-Partner offline treffen
17.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein «Real-Life-Meeting» - wie es im Webjargon heißt - kann deshalb nicht nur quälend langweilig, sondern im schlimmsten Fall sogar gefährlich sein. Mit ein paar Tipps lässt sich das Risiko zumindest minimieren: «Man sollte sich schon etwas länger kennen, sich auf jeden Fall nicht gleich, vielleicht auch noch nicht nach der zehnten E-Mail treffen», rät Ulrike Schmidt, Leiterin von Lizzynet.de, einem Onlineportal für Mädchen. Doch auch lange Vorlaufszeiten sind keine Garantie gegen Enttäuschung: Katharina kannte ihren Chat-Kumpel seit zwei Jahren, doch beim Treffen sprang der Funke trotzdem nicht über.
Eine gute Grundlage für ein Treffen schaffen Chatter, die sich auch über ernsthafte Themen austauschen, so Schmidt. Wer nur über Belangloses plaudert, kenne den Anderen gar nicht. Anders sei es, wenn man die Probleme des Chatpartners zum Beispiel in der Familie und in der Schule kennt, sein Verhältnis zur Religion oder seine Hobbys. Auf diese Weise festigt sich laut Schmidt die Beziehung, und es zeigen sich gemeinsame Interessen.
Die Chatter merken dann eher, ob der Andere es ehrlich meint. Wer sich hinter der Chatmaske verbirgt, zeige sich manchmal auch am Telefon. Deshalb rät Schmidt, zum Hörer zu greifen und auch mal am Telefon zu quatschen.
Mehr Sicherheit bieten außerdem Jugend-Chats. Bewertungen von Chats sowie weitere Sicherheitstipps stehen zum Beispiel in der Broschüre «Chatten-ohne-Risiko» des Portals Jugendschutz.net. Grundsätzlich sei aber nichts gegen ein Treffen einzuwenden, findet Miriam Brehm: «Es ist für Freundschaften wichtig, dass man etwas zusammen unternimmt.»
Das heißt nicht, dass sie den Kontakt deswegen abbrechen müssen. Katharina zum Beispiel will zwar nicht der Gegeneinladung ihres Chatpartners nach Hannover folgen. Zum Quatschen im Netz treffen sich die beiden aber weiterhin dreimal pro Woche. Für ihren Chatpartner ist das vielleicht traurig, war er für das erste Treffen mit seiner Chat-Freundin doch extra ins Allgäu gefahren. Doch so ist es laut Schmidt eben mit Freundschaften - im virtuellen wie im realen Leben: «Enttäuschungen gehören auch dazu.» (Felix Magin/dpa)

