16.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wo geht es lang? Szene aus 'Experience 112'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Im neuen PC-Spiel «Experience 112» gibt der Spieler die Kontrolle über die Heldin ab und lotst sie durch ein Schiffswrack. Dabei gilt es Geduld aufzubringen, viel zu lesen und kniffelige Rätsel zu lösen.
Geheime Experimente an Bord eines Supertankers schlagen fehl, nur eine Forscherin überlebt. Das klingt nach einem typischen Thema für ein PC-Adventure und doch geht «Experience 112» neue Wege: Der Spieler schlüpft einmal nicht in die Rolle der Heldin, sondern beobachtet das Geschehen über unzählige Kameras an Bord. Mit Hilfe von Lichtern und elektrischen Türen lotst er sie durch das Schiff, um hinter das Geheimnis des havarierten Forschungsschiffs zu kommen.
Das etwas andere Spieleprinzip sorgt für eine Big-Brother-Atmosphäre auf dem Bildschirm. Der Spieler kann keinen direkten Kontakt zur Heldin Lea aufnehmen und muss doch ihr Vertrauen gewinnen. Hinzu kommt, dass sie ihre Medizin benötigt, und auch die gilt es erst einmal in den Weiten des Schiffs zu finden. Dabei ist Heldin nicht gerade im Laufschritt unterwegs.
Übersicht sieht anders ausEtwas Geduld ist also gefragt, wenn Lea die Ebenen des Schiffs erkundet. Mehr über Lea und ihre Geschichte erfährt der Spieler in kurzen Rückblenden und Monologen der Heldin. Auf einer Karte des Schiffs können Leas Bewegungen genau verfolgt werden. Der Spieler kann mit Hilfe des Überwachungssystems nicht nur Türen öffnen und Lichter einschalten, sondern auch Computer und Roboter einsetzen.
Die Oberfläche erinnert dabei an einen normalen Desktop: Der Spieler kann mehrere Fenster gleichzeitig öffnen, die Kameras rotieren lassen, Notizen lesen und Karten studieren. Die Bedienung fällt nicht schwer, allerdings geht bei zu vielen überlappenden Fenstern leicht die Übersicht verloren.
Bei den Rätseln konzentriert sich «Experience 112» auf das Suchen von Codes, die in Computer und Türen eingegeben werden müssen. Manche finden sich in den Notizen der Wissenschaftler im Computer, andere in Personalakten oder E-Mails, so dass auch einiges an Text gelesen werden muss. Darunter leidet der Spielfluss ein wenig.
Düstere Atmosphäre mit spannender Story Positiv fällt dagegen die düstere Atmosphäre auf, die den Spieler schnell in das mysteriöse Geschehen hineinzieht. In den engen Gängen des Tankers kommen dank moderner 3D-Grafik leicht klaustrophobische Gefühle auf. Lea wird von der deutschen Synchronstimme der Kate aus der US-Serie «Lost» gesprochen, die dazu beiträgt, mit der Hauptperson mitfühlen zu können.
«Experience 112» von Xider geht neue Adventure-Wege und bietet mit einer spannenden Story und kniffeligen Rätseln gute Unterhaltung. Allerdings ist das Spiel technisch anspruchsvoll und benötigt einen Pentium-IV-Prozessor mit zwei Gigahertz und einem GB RAM sowie 1,5 GB Speicher auf der Festplatte. «Experience 112» ist freigegeben ab zwölf Jahren und kostet gut 40 Euro. (Nina Gödeker/AP)