Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Computer- und Videospiele: 

Xbox: Avatare, Endemol und anderer alter Käse

15. Jul 2008 15:14
Präsentation der New Xbox Experience
Bild vergrößern
Microsoft überarbeitet das Konzept für seine Spielkonsole Xbox 360. Alles soll neu werden. Nur: Innovativ ist wenig davon. Der Spieler von morgen wird auf einer anderen Konsole spielen, meint Maik Söhler.

Für die Ankündigung, das komplette Programm für die hauseigene Spielkonsole Xbox 360 komplett zu überarbeiten, hätte sich Microsoft keinen besseren Ort suchen können als die US-Computerspielmesse Electronic Media and Business Summit, kurz E3 genannt. Sie findet derzeit in Los Angeles statt und wird am Donnerstag zu Ende gehen.

Die E3 passt hervorragend zu Microsoft, weil auch sie ihre besten Tage schon hinter sich hat und derzeit führungs- und konzeptlos vor sich hin dümpelt. Im vorletzten Jahr war es noch anders, damals kamen über 60.000 Besucher und von der Messe gingen zahlreiche Innovationen aus. Für dieses Jahr schätzen selbst Optimisten die Anzahl der Besucher auf nicht mehr als 5.000 und einige der großen Spiele-Publisher wie etwa Marktführer Vivendi ignorieren die E3 gänzlich.

Umso mehr Aufmerksamkeit kommt damit all jenen zu, die sie brauchen können. Und hier kommt Microsoft mit seinem Konsolenbereich ins Spiel. Zur Eröffnung der Messe am Montagabend wurde verkündet, die Xbox 360 inklusive der Online-Abteilung Xbox Live werde bald runderneuert. Im Herbst sollen Konsolenbesitzer ein kostenloses Update beziehen können, das ihnen die sogenannte New Xbox Experience beschere.

Xbox 360
Bild vergrößern

New Xbox Experience

Experience ist ein Wort, das sich als Erlebnis, aber auch als Begegnung oder Erfahrung übersetzen lässt. In der IT-Sprache bezeichnet es somit alles und nichts. Und auch dieses Wort passt perfekt zum neuen Xbox-Konzept von Microsoft. Denn der User hat mit dem meisten, was der Xbox-Gemeinde demnächst als neu vorgestellt wird, schon anderswo Erfahrungen gemacht.

Microsofts Avatare zum Beispiel, die der Spieler im Dashboard, also dem Eintrittsraum der Xbox, selbst anlegen können soll und die ihn im Chat mit anderen Spielern repräsentieren, hat er schon im Second Life oder spätestens in Googles jüngst vorgestelltem Dienst Lively erlebt – und dort auch noch in 3D und nicht auf eine einzige Plattform beschränkt, während der Xbox-Repräsentant nur zwei Dimensionen schafft und mit nichts anderem kompatibel ist. Man könnte auch einfach sagen, dass die Avatare mal eine Neuheit von ganz vielen waren, die uns Nintendo mit der Wii vermacht hat.

Chat, Quiz, Film

Die vorgesehenen Chat-Gruppen mit bis zu acht Mitgliedern sind dem Nutzer im Netz bereits hundertfach begegnet. Richtig neu seien, so behauptet es jedenfalls Microsoft, die geplanten virtuellen Spielshows. Wenn man aber hört, dass dafür eine Kooperation mit der niederländischen TV-Firma Endemol eingegangen wurde, dann ahnt man, wie neu das Ganze sein wird. Aber gut: Lassen wir uns mal überraschen, was das Quizspiel «1 gegen 100», bei dem man wahlweise zusehen oder mitmachen kann, auf der Xbox bringen wird.

Microsoft wird ab sofort auch das Angebot an Filmen aufstocken, die sich über Xbox Live herunterladen lassen. Dafür stellt der Online-Videodienst Netflix hunderte Folgen aus US-Fernsehserien über einen Stream zur Verfügung – aber erstmal nur in den USA. Hinzukommen werden auch einige neue Kinofilme. Die meisten dürften wegen Copyright-Fragen in Europa auf absehbare Zeit nicht erhältlich sein – oder wenn doch, dann zumindest nicht über die Xbox.

Was bleibt?

New Xbox Experience ist also eine Sammlung von teils gutem, teils schlechtem, immer aber altem Käse, der dort verschmiltzt, wo Spielkonsolen und Fernseher unter Umgehung des PC Wärme abgeben.

Das ist besser als nichts. Doch angesichts der Innovationen von Nintendo, Computerspiele, Fernsehen und Freizeitsport zusammenzuführen und den gesamten Körper ins Spiel einzubeziehen oder Sonys Strategie, die Begriffe Party und Playstation mit Spielen wie «Singstar» einander anzunähern, wirken die Ideen Microsofts wie in den letzten Jahren fast alle Ideen aus Redmond: hintendran.

Die einzige große Überraschung bestand auf der E3 darin, dass die nächste Fassung des unter Online-Rollenspielern weit verbreiteten «Final Fantasy» nicht mehr wie bisher nur für die Playstation, sondern auch für die Xbox erscheinen wird. Anders gesagt: Microsoft hat bei einem neuen und populären Spiel neben anderen den Zuschlag erhalten. Da kann man nur gratulieren.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zum Tarifrechner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.