Robocup 2008:
Fußball-Roboter treten zur WM in China an
14.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die knubbeligen Naos sehen ein bisschen aus wie Kleinkinder, die etwas unbeholfen über den Platz stürmen. «Die Roboter können den Ball sehen, ihm hinterher laufen und auf das Tor zielen», erklärt Informatiker Daniel Göhring. Das hört sich banal an, in Wirklichkeit ist jedoch schon diese Leistung enorm. Immerhin ist sie das Ergebnis jahrelanger Tüftelei und wissenschaftlicher Arbeiten.
«Wir müssen jeden Schritt eines Fußballspiels bei den Robotern programmieren», beschreibt der 30-jährige Doktorand Göhring die Arbeit des 15-köpfigen Teams an den mehrere tausend Euro teuren Maschinen. Die Befehle «laufen» und «schießen» reichen da nicht aus. «Insgesamt sind das mehrere zehntausend Programmanweisungen.» Ausgedruckt wären das knapp 2000 eng beschriebene Din A4-Seiten Papier. Beim Roboter ist allerdings nicht viel davon zu sehen: Die kleine Festplatte sitzt versteckt im Kopf.
Das eigentliche Ziel der Forscher sind nämlich Roboter, die in menschlichen Umgebungen bestehen und komplexe Aufgaben lösen können. Dazu könnte beispielsweise gehören, dass die Maschinen in der Pflege von kranken Menschen helfen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Etablierung zweibeiniger Maschinen. Diese müssen allerdings zuerst einfachste Dinge wie Laufen problemlos beherrschen. «Die Naos haben aber allein in den beiden Beinen zwölf Gelenke», erläutert Göhring. «Damit sind sie viel gelenkiger als noch die vierbeinigen Aibos - allerdings auch viel instabiler.»
Nach einigem Hin und Her hat das rote Team schließlich mehr Glück, und der Ball landet zwischen den gelben Pfosten im Tor. Wie bei einem «richtigen» Fußballspiel jubeln die Trainer um Daniel Göhring ihren akkubetriebenen Spielern zu. Jetzt hoffen sie erst einmal nur noch auf eines: «Wir wollen beim Robocup 2008 mit den Zweibeinern den Titel holen.» (Aliki Nassoufis/dpa)

