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Robocup 2008: 

Fußball-Roboter treten zur WM in China an

14. Jul 2008 11:08
Eleganz sieht anders aus: Roboter im Einsatz
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16 Mannschaften, ein großes und internationales Turnier im chinesischen Suzhou, reichlich Tore, die Trainer jubeln, die nur 60 Zentimeter großen Spieler aber nicht. Der Robocup 2008 ist eröffnet.

So flink und grazil wie Schweinsteiger, Podolski und Co. laufen die Roboter zwar nicht. Doch während die menschlichen Kicker vor kurzem den begehrten Titel knapp verpassten, hoffen die Teamchefs der fußballspielenden Roboter noch auf einen großen Pokal: An diesem Montag startet in Suzhou in China die Weltmeisterschaft der zweibeinigen Fußballroboter.

Unter den 16 Mannschaften aus der ganzen Welt ist auch ein Team der Berliner Humboldt-Universität. Die knapp 60 Zentimeter großen Naos haben dabei gute Chancen auf den Titel, immerhin wurden ihre vierbeinigen Vorgänger schon zweimal Weltmeister.

Die knubbeligen Naos sehen ein bisschen aus wie Kleinkinder, die etwas unbeholfen über den Platz stürmen. «Die Roboter können den Ball sehen, ihm hinterher laufen und auf das Tor zielen», erklärt Informatiker Daniel Göhring. Das hört sich banal an, in Wirklichkeit ist jedoch schon diese Leistung enorm. Immerhin ist sie das Ergebnis jahrelanger Tüftelei und wissenschaftlicher Arbeiten.

«Wir müssen jeden Schritt eines Fußballspiels bei den Robotern programmieren», beschreibt der 30-jährige Doktorand Göhring die Arbeit des 15-köpfigen Teams an den mehrere tausend Euro teuren Maschinen. Die Befehle «laufen» und «schießen» reichen da nicht aus. «Insgesamt sind das mehrere zehntausend Programmanweisungen.» Ausgedruckt wären das knapp 2000 eng beschriebene Din A4-Seiten Papier. Beim Roboter ist allerdings nicht viel davon zu sehen: Die kleine Festplatte sitzt versteckt im Kopf.

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Gelenkig, aber instabil

Auch wenn das Fußballspielen nur nach Spaß aussieht, erfüllen die kleinen Kicker durchaus einen wissenschaftlichen Zweck. «Diese hier werden zwar nie etwas wirklich Tolles machen können, sie werden beispielsweise nie Abwaschen können», sagt Göhring. Während Roboter in Kinofilmen gerne schon mal die Weltmacht übernehmen, sieht die Realität noch ganz anders aus. «Aber die Erkenntnisse, die wir mit diesen Modellen gewinnen, helfen bei der Entwicklung weiterer Roboter.»

Das eigentliche Ziel der Forscher sind nämlich Roboter, die in menschlichen Umgebungen bestehen und komplexe Aufgaben lösen können. Dazu könnte beispielsweise gehören, dass die Maschinen in der Pflege von kranken Menschen helfen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Etablierung zweibeiniger Maschinen. Diese müssen allerdings zuerst einfachste Dinge wie Laufen problemlos beherrschen. «Die Naos haben aber allein in den beiden Beinen zwölf Gelenke», erläutert Göhring. «Damit sind sie viel gelenkiger als noch die vierbeinigen Aibos - allerdings auch viel instabiler.»

Jubelnde Trainer

Das Fußballspielen funktioniert dennoch schon ganz gut. Mithilfe einer Kamera im Kopf erkennen die Naos auf dem viermal sechs Meter großen Spielfeld den grell orangenen Ball und laufen ihm langsam hinterher.

Nach einigem Hin und Her hat das rote Team schließlich mehr Glück, und der Ball landet zwischen den gelben Pfosten im Tor. Wie bei einem «richtigen» Fußballspiel jubeln die Trainer um Daniel Göhring ihren akkubetriebenen Spielern zu. Jetzt hoffen sie erst einmal nur noch auf eines: «Wir wollen beim Robocup 2008 mit den Zweibeinern den Titel holen.» (Aliki Nassoufis/dpa)

 
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