11.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Offensichtlich kein Comcast-Kunde: Filesharer in den USA
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wegen der Regulierung des Datenverkehrs gerät eine US-Firma nun unter Druck. Sie soll Bittorrent-Verbindungen eingeschränkt haben und gegen den Grundsatz der Netzneutralität verstoßen haben.
Die Telekommunikationsbehörde der USA will einen Internet-Provider maßregeln, der bestimmte Datenverbindungen von Kunden blockiert hat. Dabei ging es um die Nutzung der Download-Technik Bittorrent.
Die Firma Comcast habe damit gegen Grundsätze der Federal Communications Commission (FCC) verstoßen, sagte am Donnerstag Behördenchef Kevin Martin. Comcast habe den Internet-Zugang willkürlich eingeschränkt und dies den Nutzern nicht mitgeteilt. Bittorrent ist eine Filesharing-Technik für den Download umfangreicher Dateien. Dabei werden die Daten nicht wie bei einem herkömmlichen Download von einem Server bereitgestellt, sondern von mehreren Nutzern gleichzeitig (Peer-to-Peer).
Zwei von drei Fehlschlägen im TestBei einem Test der Nachrichtenagentur AP mit dem Bittorrent-Download der Bibel über einen Comcast-Zugang wurden zwei von drei Datenübertragungen blockiert. Im dritten Versuch begann der Transfer mit einer Verzögerung von zehn Minuten. Bei Vergleichstests mit anderen Providern gab es keine Einschränkungen.
Comcast-Sprecherin Sena Fitzmaurice sagte am Donnerstag, der Provider blockiere keine Inhalte oder Dienste. Das Unternehmen verfolge aber eine Strategie von «sorgfältig begrenzten Maßnahmen, um den Datenverkehr in seinem Breitbandnetz zu steuern».
Die für das Prinzip der Netzwerkneutralität eintretende Organisation Free Press beschwerte sich bei der FCC über das Verhalten von Comcast. FCC-Chef Martin sagte, er empfehle eine Bestrafung des Unternehmens. Über eine Entscheidung der Behörde werde am 1. August abgestimmt. (AP)