09. Jul 2008 10:32
Microsoft kommt nicht zur Ruhe. Mit den hauseigenen «Online Services» stehen nun Programmpakete zur Miete bereit, vorerst nur in den USA, ab 2009 auch in Deutschland. Und Vista soll auch vorangebracht werden.
Microsoft reagiert damit auf den Erfolg von Konkurrenten wie Salesforce.com oder Google, die bislang den Markt von «Software as a Service» (Software als Dienstleistung) dominieren. Mit den beiden Programmpaketen können Firmen E-Mail, Kalenderfunktionen, Kontakte, gemeinsame Arbeitsbereiche sowie Web- und Videokonferenzen über das Internet nutzen, ohne selbst einen Server einrichten und betreiben zu müssen.Für das größere Paket («Microsoft Online Business Productivity Suite») verlangt Microsoft in den USA 15 Dollar pro Monat und Anwender. Die kleinere Lösung («Microsoft Online Deskless Suite») kostet drei Dollar pro Monat und Anwender. Die Kunden müssen das Software-Abo für mindestens ein Jahr abschließen. In Deutschland sollen die Onlinedienste im ersten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen.
Obwohl Microsoft mit dem neuen Software-Abo-Modell die Leistungen direkt zur Verfügung stellt und auch direkt mit dem Endkunden abrechnet, will der Softwarekonzern seine Partner an dem Online-Geschäftsmodell beteiligen. Systemhäuser, die beispielsweise Kunden bei der Einführung der Dienste beraten, erhalten im ersten Jahr 18 Prozent der Vertragssumme als Provision und werden in der Folgezeit mit sechs Prozent am laufenden Umsatz beteiligt.
In der Rede von den Vertretern von 7500 Partnerfirmen in Houston griff Brooks eine Formulierung von Firmengründer Bill Gates auf, der im Dezember 1995 fast wortgleich zur Aufholjagd im Internet aufgerufen hatte. «Glauben sie, dass der Riese immer noch schläft? Wir sind aufgewacht!» Microsoft will sich mit seiner über 300 Millionen Dollar teuren Kampagne vor allem gegen Werbespots «Get a Mac» von Apple zur Wehr setzen, in denen ironisch die Schwierigkeiten von Vista-Anwendern betont werden.Brooks rief die Microsoft-Partner eindringlich dazu auf, bei den Kunden die Implementierung von Vista voranzutreiben. Der Umstieg sei ein «langfristiges Investment», da auch die nächste Windows-Version 7 auf die neue Architektur aufsetze. Microsoft hatte bis Ende April 2008 mehr als 140 Millionen Kopien von Windows Vista verkauft und seitdem keine aktualisierten Absatzzahlen mehr vorgelegt. (dpa)