Festplatten ohne Mechanik:
Solid State Drives erobern das Notebook
07.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das MacBook Air ist dagegen ein mobiler, aber ausgewachsener Rechner - was der Kunde für 1699 Euro wohl auch erwarten kann. Für so viel Geld gibt es das MacBook Air mit herkömmlicher, immerhin 80 GB fassender Festplatte. Wozu dann 680 Euro mehr zahlen und dafür das kleinere 64 GB große SSD nehmen? Das SSD kommt zum Beispiel ohne bewegliche Komponenten aus. Es sei daher robust und geräuschlos, heißt es bei Apple.
«Hinzu kommt, dass SSD bei normalen Anwendungen schneller auf Daten zugreift als eine herkömmliche Festplatte», erklärt Philippe Schaeffer von TÜV Rheinland Secure IT in Köln. Auf Festplatten liegen auch zusammengehörende Daten oft weit verstreut. Die Suche nach den einzelnen Teilen verzögert den Zugriff - nicht so bei SSD, wo sofort auf alle Daten zugegriffen werden kann. Es gibt laut Schaeffer jedoch Ausnahmen, in denen die herkömmliche Festplatte schneller arbeitet - wenn große zusammenhängende Datenblöcke abgefragt werden: «Zum Beispiel wenn ein abgespeicherter Film noch einmal kopiert wird.»
Technologisch seien größere Speicherkapazitäten bei SSDs kein Problem, so Philippe Schaeffer. Es muss nur eine gewisse Nachfrage zustande kommen, wodurch die Stückpreise sinken und größere SSDs für den Verbraucher bezahlbar werden. Auf der anderen Seite werden herkömmliche Festplatten ebenfalls günstiger, beziehungsweise der Preis pro Gigabyte fällt. So dürften SSDs auf absehbare Zeit vor allem etwas für ultramobile Rechner sein.
Der schnelle Zugriff auf gespeicherte Daten, den SSD bietet, sei jedoch mit einem Nachteil verbunden, sagt IT-Sicherheits-Spezialist Philippe Schaefer: Der Controller des Speichers sorge dafür, dass die Daten gleichmäßig verteilt werden. Wird dann eine Datei überspeichert, geschieht das nicht physikalisch an der gleichen Stelle. Das verhindert ein zuverlässiges Löschen von Daten durch absichtliches Überschreiben. «Das muss man bedenken, wenn der Speicher irgendwann entsorgt werden soll.» (Sven Appel/dpa)

