Computer- und Videospiele : Das Bourne-Kompott04. Jul 2008 08:02  |  Wieder einer weniger: Jason Bourne im Einsatz | Foto: Sierra |
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Im neuen Konsolenspiel «Das Bourne Komplott» macht man als Jason Bourne seine Gegner ein. Bringt Spaß, meint Maik Söhler - zumindest dem, der der Handlung folgen kann.
Laufen. Schießen. Prügeln. Dann wieder laufen. Noch ein Schusswechsel. Schnell laufen. Heftig prügeln. Vor einem Hubschrauber weglaufen, der auf einen schießt. Fünf Leute gleichzeitig mit einem Prügel-Takedown niederstrecken. Nochmal schnell laufen. Noch einen Boss verprügeln. Vor der Polizei weglau- nein: wegfahren. Usw. Usf.
So einfach kann man das neue Konsolenspiel «Das Bourne Komplott» zusammenfassen. Doch damit wird man ihm nicht gerecht. Es ist zwar kein komplexes, aber doch ein kurzweiliges und unterhaltsames Game, das aus der Masse an Neuerscheinungen ein kleines bisschen herauslugt – etwa so sehr, wie sich die zum Spiel gehörende Bourne-Trilogie von anderen Action-Filmen unterscheidet.
Und es ist ein flottes Spiel, stellenweise zu flott, um auch mal was Kritisches zu sagen. Es ist schwierig genug, sich dauerlaufend auf ein Feuergefecht mit irgendwelchen Gangsterbanden einzulassen, die in Teilen aus Milizionären bestehen, die von weitem Polizisten ähnlich sehen, auf die wiederum man aber nicht schießen darf. Man schafft es dann doch, aber nur, solange kein Zeitlimit gesetzt wird. Und Zeitlimits gibt es leider am Ende jedes neuen Auftrags.
Vorbild «Uncharted»? So hetzt man sich von Südfrankreich aus durch die Welt, und wem das alles irgendwann zu simpel und langweilig wird, der wählt einfach einen anderen Schwierigkeitsgrad. Das muss aber gar nicht sein, denn gegen die Ballung an Aktivität in «Das Bourne Komplott» hat Langeweile keine Chance.
 |  Nate Drake (oben) und die Journalistin Elena | Foto: AP |
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Jason Bourne ähnelt vom Männertypus, vom Aussehen und dem Bewegungsstil her sehr stark Nate Drake aus «Uncharted». (Hatte ich schon einmal erwähnt, wie sehr ich dieses Spiel geliebt habe, bis nach gut 90 Prozent diese dämlichen Spanier-Mutanten-Monster kommen?) Überhaupt sind die Ähnlichen zu «Uncharted» groß, was nicht abwertend gemeint ist. Dauerklettern und -hangeln fehlen, im Gegenzug gibt es aber den «Bourne-Instinkt» dazu und was bei Drake «Brachial-Combo» hieß, heißt nun eben Takedown.
Bitte keine Monster!
Der «Bourne-Instinkt» wiederum ähnelt ein bisschen dem Effekt des «Nektars» aus dem Ego-Shooter «Haze», nur dass er zum Glück nicht so übertrieben daherkommt. Man merkt schließlich, dass die Hektik, die man schnell der Spielsoftware zugeschrieben hat, zumindest teilweise selbst verschuldet ist. Viele Spielpassagen werden schöner, wenn man nicht rennt, sondern schleicht, und die Freude steigt noch einmal, wenn man seinen ersten «Schleich-Takedown» hingelegt hat.
Die Filmsequenzen können sich sehen lassen, wenn auch ein wenig mehr Tageslicht dem Ganzen nicht schaden könnte. Und noch einen großen Vorteil hat «Das Bourne Komplott» – nach 15 Stunden Spielzeit sind immer noch keine Spanier-Mutanten-Monster in Sicht.»Das Bourne Komplott« – Sierra, Juni 2008, knapp 60 Euro – wurde von uns auf der Playstation 3 gespielt. Es ist auch für die Xbox 360 erhältlich.
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