Neue interaktive Webanwendung von Adobe:
Sicher, aber nicht ganz billig
02. Jul 2008 07:44
 |  Bunt ist anderswo: Adobe Connect am Bildschirm | Foto: AP |
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Adobe bietet Unternehmen neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit im Web. Die Flash-Anwendung «Connect» richtet virtuelle Räume ein und öffnet den eigenen Computer-Bildschirm für andere Teilnehmer.
Die Einrichtung von virtuellen Räumen im Internet ermöglicht eine neue Technik, die der Flash-Spezialist Adobe entwickelt hat. Hauptzielgruppe sind Unternehmen mit Mitarbeitern an verschiedenen Standorten.
Die Flash-Lösung Connect ist aber auch in der neuen Version der PDF-Software Acrobat integriert, wo sich bis zu drei Rechner in einem virtuellen Raum zusammenschließen können. «Wir gehen über das klassische Web-Conferencing hinaus», erklärt der für Adobe Connect verantwortliche Produktmanager Günter Kraemer. «Die Einsatzgebiete sind extrem vielseitig.»Wird ein neuer Raum mit Connect eingerichtet, erhält dieser eine eigene, mit Passwort geschützte Internet-Adresse. Hier kann man Dokumente aller Art ablegen und «Meetings» organisieren, zu denen die Teilnehmer eingeladen werden. Jedes Meeting hat seine eigene Internet-Adresse, die den Teilnehmern geschickt wird und die wahlweise mit einer Anmelderegistrierung verknüpft oder auch offen aufgerufen werden kann.
Eine Teilnehmerliste zeigt an, wer den Raum betreten hat. Jetzt sind Chats, Audio- oder Videokonferenzen möglich. Ein «Whiteboard» dient dem schnellen Austausch schriftlicher Notizen - alle Teilnehmer sehen, was in diesem Fenster notiert wird. Außerdem können auch Dokumente oder sogar der ganze Computerbildschirm freigegeben werden. Die Web-Anwendung teilt dem Moderator dann mit: «Ihr Computer-Bildschirm wird an alle Teilnehmer übertragen.» Je nach Internet-Verbindung dauert es ein paar Sekunden, bis der eigene Bildschirm auf dem anderen Computer erscheint.
«Interaktives Rubelfeld»
Der Blick auf den fremden Computer funktioniert plattformübergreifend, also mit Windows ebenso wie auf einem Mac oder einem Linux-Rechner. Einzige Voraussetzung ist ein Browser mit Flash-Unterstützung. Dies ist mit Flash Lite auch auf mobilen Endgeräten wie einem Smartphone möglich.Für eine Nachbearbeitung kann der Verlauf eines Meetings als Film aufgezeichnet werden. Zu den Haupteinsatzmöglichkeiten der virtuellen Räume gehören Schulungen, Seminare, Beratungen von Arbeitsgruppen und Präsentationen für Kunden.
Bei der Impuls Finanzmanagement AG etwa werde Connect eingesetzt, um Kunden in einem virtuellen Raum die Angebote für eine Krankenzusatzversicherung zu präsentieren, erklärt Kraemer. Sogar der Abschluss einer Versicherung sei dort möglich - für die Willenserklärung des Kunden werde ein «interaktives Rubbelfeld» genutzt.
Versammlungen von 1500 Personen möglich
Der Schweizer Hörgeräte-Hersteller Phonak nutzt Connect nach Angaben Kraemers als Trainingsplattform für seine Fachhändler. Und das Geldanlageinstitut Cortal Consors setzt die Technik für Kundenseminare und die Mitarbeiterschulung ein. Die Räume mit allen Materialien bleiben auch nach einem Meeting erhalten.Maximal 1500 Personen können sich gleichzeitig in einem Raum versammeln. So viel verkraftet zumindest der Server. Bei mehr als 500 Teilnehmern werde es allerdings schwierig, die Abläufe zu organisieren, erklärt Kraemer. Sinnvoll ist bei großen Gruppen ein moderierter Chat, bei dem Fragen zunächst gesammelt werden, ehe sie die anderen sehen können. «Das ist eine ganz andere Erfahrung, als wenn ich nur telefoniere», sagt der Adobe-Manager. «Bei uns hat dies die Unternehmenskultur sehr beeinflusst.»
Bitte erst anklopfen
Jeder Mitarbeiter kann seinen eigenen virtuellen Raum einrichten und sich dort mit Kollegen treffen. Will noch jemand dazu kommen, muss er erst anklopfen. Auch Mitarbeitergespräche werden auf diese Weise möglich. Die Server-Technik für Connect Pro kann gekauft und im eigenen Rechenzentrum eingerichtet oder wahlweise als «Hosted Service» genutzt werden. Dann werden die Räume auf einem Server von Adobe angelegt, was im ersten Jahr ab 4300 Euro kostet.Ohne den gesamten Funktionsumfang lässt sich Connect auch nutzen, wenn man sich über die PDF-Software Acrobat 9 mit dem Dienst Acrobat.com verbindet. (Peter Zschunke/AP)