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netzeitung.deGroßer Erfolg für die Nachbarschaft 2.0

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Ausschnitt der Startseite von Rottenneighbor.com Screenshot: nz (Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ausschnitt der Startseite von Rottenneighbor.com Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein knappes Jahr nach dem Start hat sich die in den USA gegründete Denunzianten-Seite Rottenneighbor.com im Netz gut behauptet. Mehrere hunderttausend User klicken täglich den Online-Pranger an.

Es ist eine Mischung aus Online-Therapie und Trash-Kultur, die Rottenneighbor.com zu einem Erfolg gemacht hat: Auf dieser Website prangern US-Bürger ihre bösen Nachbarn an, wenn weder gutes Zureden noch die Polizei helfen können.

Zu ihnen gehört David Adams aus Magnolia im US-Staat Mississippi, der sich beschwert, dass die beiden Hunde seines direkten Nachbarn die ganze Nacht bellen und heulen. «Nichts hat geholfen, von der Stadt bekam ich keine Unterstützung», klagte Adams. «Da habe ich mir gedacht, jetzt probiere ich es einmal mit öffentlicher Demütigung.

Er veröffentlichte ein Video mit den lautstarken Hunden auf Rottenneighbor.com, und bald stimmten andere in sein Klagelied mit ein. Viele bekundeten ihm sein Mitgefühl wegen der gestörten Nachtruhe. Andere warfen ihm mangelndes Verständnis für Tiere vor.

Rot oder Grün auf Google Maps
Mit Hilfe von Google Maps werden die bösen Nachbarn bis aufs Haus genau lokalisiert. Dieses wird rot markiert. Es gibt aber auch Hinweise auf vorbildliche Nachbarn, was mit einem grünen Häuschen angezeigt wird. Aber die roten Häuschen sind eindeutig in der Überzahl.

Die meisten Beiträge werden anonym ins Netz gestellt. Mittlerweile werden auch Sexualstraftäter bei Rottenneighbor.com an den Online-Pranger gestellt. Die Idee zu der Website hatte der 27-jährige Brant Walker, als er in eine neue Wohnung zog und einen üblen Geruch aus der Nachbarswohnung wahrnahm. Fast ein Jahr nach der Gründung gibt es täglich mehrere hunderttausend Zugriffe auf das Angebot.

Unliebsame Einträge entfernen
Nach Beschwerden von Leuten, die sich zu Unrecht attackiert fühlten, fügte Walker die Möglichkeit ein, die Entfernung eines Postings zu beantragen. Wenn mehrere Leute auf den Button «flag for removal» klicken, wird der Eintrag gelöscht.

Auch Adam hält es für möglich, dass er seinen Eintrag über den Nachbarn mit den lauten Hunden wieder löschen wird. Er will sein Haus nämlich möglicherweise verkaufen. «Dann wäre es schrecklich, wenn das jemand sieht, der mein Haus kaufen will.» (Meghan Barr/AP)