Voice over IP und Mobilfunk:
Wenn die Maus nicht klickt, sondern klingelt
01. Jul 2008 09:49
 |  Schau mir in die Augen! Forscher von NTT DoCoMo | Foto: AP |
|
Die einen entwickeln Geräte, die man mit den Augen steuern kann, die anderen funktionieren ein PC-Gerät zum Telefon um - Novitäten aus der Voice over IP- und Mobilfunkbranche, kurz vorgestellt.
Mit Augenbewegungen digitale Geräte steuern
Japanische Forscher arbeiten an einer Technik, um digitale Geräte mit Augenbewegungen zu steuern. Hiroyuki Manabe von der Forschungsabteilung des Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo demonstrierte jetzt die Wirkungsweise eines Kopfhörers mit Spezialsensoren. Diese registrieren die elektrischen Strömungen, welche bei Bewegungen des Augapfels entstehen.
Ein an den Kopfhörer angeschlossener Monitor macht die Augenbewegungen in Form von Ausschlägen einer Liniengrafik sichtbar. Mit einer rollenden Bewegung konnte der Ingenieur die Lautstärke eines Musikplayers erhöhen. Ein zweimaliges plötzliches Blicken nach rechts bewirkte beim Abspielen eines Musikstücks einen Schnellvorlauf. NTT DoCoMo will die Möglichkeiten einer biologischen Steuerung für die Entwicklung neuartiger Mobilgeräte nutzen. «Wir arbeiten am Handy der Zukunft», sagte Abteilungsleiter Masaaki Fukumoto.
Eine Maus zum Telefonieren
Der PC-Zubehör-Hersteller Gembird bietet eine Computermaus zum Telefonieren an. Die Sky-M1 dient als herkömmliches Zeiger- und Klickgerät, gleichzeitig aber auch als Voice over IP-Telefon für Skype und andere Anbieter der Internet-Telefonie. Klappt man die Maus auf, erscheint eine Zifferntastatur wie bei einem Handy und ein Display. Mikrofon und Lautsprecher sind ebenfalls integriert.
Der Hersteller weist darauf hin, es sei daheim praktisch, dass die Maus immer in Reichweite des Computers sei - das Internet-Telefon könne daher nie verlegt werden. Zum Sprechen kann man die kompakte Maus ans Ohr halten oder den beigefügten Ohrhörer nutzen. Das Mausrad dient beim Telefonieren als Lautstärkeregler für den integrierten Lautsprecher. Das Gerät zum USB-Anschluss an den Windows-PC (ab 98) ist den Angaben zufolge ab August zu einem Preis von 29,99 Euro erhältlich.
Jaxtr erweitert Internet-Telefonie-Dienst
Der Internet-Telefonie-Dienst Jaxtr hat seine Nutzungsbedingungen verändert und ermöglicht jetzt auch Anrufe bei nicht registrierten Teilnehmern. Registrierte Nutzer erhalten weiterhin 100 «Jax» im Monat - das sind die künstlichen Abrechnungseinheiten des Dienstes. Darüberhinaus kann man 400 Jax für 3,17 Euro kaufen, mit Kreditkarte oder über Paypal.
Für einen Jax - also weniger als 0,01 Euro kann man bei Jaxtr eine Minute lang telefonieren - mit jedem Anschluss, auch wenn sich dieser in den USA oder in China befindet. Der Versand von SMS ist kostenlos. Vorstandschef Konstantin Guericke erwartet, dass der Dienst in Deutschland bis Ende des Jahres von mindestens einer Million Menschen genutzt werde. Weltweit wird Jaxtr nach Angaben des Unternehmens bislang von mehr als 10 Millionen Menschen in 220 Ländern genutzt. Allein in Deutschland hat Jaxtr inzwischen mehr als ein Dutzend Server eingerichtet, die Telefongespräche annehmen und in Daten für die Internet-Telefonie (Voice over IP) umwandeln. Ein Switch-Computer leitet das Gespräch dann auf einen Server in dem Land, in dem sich der gewünschte Jaxtr-Teilnehmer befindet. Dort klingelt dann dessen Festnetz- oder Mobiltelefon. (Alle AP)