Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Computer- und Videospiele: 

Der Erfinder der Spielkonsole kehrt heim

26. Jun 2008 10:37
Zwei Klassiker: Ralph Baer und die 'Brown-Box'
Bild vergrößern
Ralph Baer entwickelte die «Brown-Box», die 1972 als erste Spielkonsole der Welt auf den Markt kam. Nun besuchte er seine einstige Heimatstadt Pirmasens – und brachte ein Geschenk mit.

Er erfand sie «zum Spaß» und löste damit in den siebziger Jahren einen wahren Boom aus: Der heute 86 Jahre alte US-Amerikaner Ralph H. Baer gilt als Erfinder der ersten Spielkonsole, der sogenannten «Brown-Box».

Der einfache Kasten mit den Drehknöpfen ermöglicht ein Ping-Pong-Spiel auf dem Bildschirm: Dieser zeigt eine grüne Fläche, links und rechts an der Seitenlinie befindet sich jeweils ein weißes Quadrat, das Auf und Ab bewegt werden kann quasi als Tennisschläger. Zwischen beiden fliegt in gemächlichem Tempo ein drittes Quadrat hin und her, der «Tennisball». Am Mittwoch übergab der gebürtige Pirmasenser, der wegen seiner jüdischen Abstammung in den dreißiger Jahren emigrierte, dem Pirmasenser Mitmach-Museum «Dynamikum» einen Nachbau der «Brown-Box».

Eher als Seitenprodukt, mehr zum Spaß habe er den Prototyp gebaut, erzählt Baer. 40 Transistoren setzte er in das erste Gerät ein. «Es gab ja noch keine Mikrochips.» Damals, erinnert sich Baer, seien die Erfinder noch Bastler gewesen, die die Hardware selbst zusammenlöteten, heute sind sie Programmierer. Das sei der Lauf der Dinge. «Der erste Kerl hat das Rad als Scheibe erfunden, dann kamen die Speichen dazu und am Ende sind wir mit dem Ding auf dem Mond herumgekarrt.»

«Mixed Feelings»

Ab 1966 entwickelte er seine Konsole, die 1972 unter dem Namen «Magnavox Odyssey» auf den Markt kam und sich 350.000 Mal verkaufte. Wegen des Projekts genießt er heute noch hohes Ansehen: Seine diesjährige «Europatournee» hat er in den Niederlanden mit einer Computerspiel-Konferenz begonnen, dann war er Ehrengast bei einem Spiele-Symposium in Paris. 2006 - mit 84 Jahren - war er erstmals wieder als Privatmann nach Deutschland zurückgekehrt - mit «mixed feelings» - gemischte Gefühlen - für die alte Heimat.

Er hatte Karriere in der US-Rüstungsindustrie gemacht und Geräte entwickelt, mit denen man während des Kalten Krieges den Funkverkehr der Russen in Berlin überwachen konnte - und er hielt sich bewusst von der alten Heimat fern. «Ich wollte warten, bis alle tot waren. Ich wollte mit niemanden reden, niemanden treffen», sagt er.

Die «Brown-Box»

Heute sei Deutschland ein neues Land mit einer anderen Generation. Doch ab und an schieben sich alte Erinnerungen über das Bild vom neuen Deutschland: «Diese Kultur, diese Musik (...) all das. Und wie einfach ist es, jemand zu manipulieren: Und dann glauben sie, sie seien Übermenschen.»

Dann geht es wieder zurück zum Hier und Jetzt. Warum heißt die Mutter aller Spielkonsolen eigentlich Brown-Box und nicht Baer-Box? «Sie war von brauner Farbe. Und jemand hat sie mal braune Schachtel genannt, und dabei blieb es. Ich weiß noch nicht mal, wer das war», sagt Baer. (Ewald Trojansky/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zum Tarifrechner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.