Panne bei Softwarefirma: 

netzeitung.dePrivate Daten von Hunderttausenden online

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Jeder konnte sich ausführlich über seinen Nachbarn informieren (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jeder konnte sich ausführlich über seinen Nachbarn informieren
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Monatelang waren vertrauliche Meldedaten mehrerer Kommunen im Internet verfügbar, weil die Zugangsdaten auf einer Webseite frei abrufbar waren. Die Softwarefirma spricht von einem «Lapsus», der inzwischen behoben sei.

Wegen einer Panne in einer Softwarefirma sind die Meldedaten von 15 deutschen Kommunen monatelang im Internet frei verfügbar gewesen. Mit Hilfe eines Zugangscodes war es möglich, Adressen, Passbilder und Religionszugehörigkeiten von etwa 500.000 Bürgern herauszufinden, wie das Unternehmen HSH aus Ahrensfelde bei Berlin am Montag mitteilte. Nutzerkennung und Passwort waren demnach auf einer Webseite zwischen März und Juni verfügbar.

«Da ist uns ein Lapsus passiert», sagte Firmensprecher Sven Kollmorgen. Inzwischen sei die Sicherheitslücke aber geschlossen. Über den Fall berichtet das ARD-Magazin «Report München» am heutigen Montag. Das sogenannte Informationsregister der Firma HSH benutzen nach Unternehmensangaben insgesamt 425 Kommunen.

15 dieser Städte und Gemeinden hätten einen voreingestellten Benutzerzugang nicht wie vorgesehen geändert. Diesen Zugang benutzte die Firma HSH aber zu Demonstrationszwecken für eine Internet-Gewerberegisterauskunft, wie Sprecher Kollmorgen sagte. Bei der Mausbewegung über den Link waren demnach die Zugangsdaten für die Melderegister zu sehen. Nach Firmenangaben wurden mit dem Zugang Daten von drei der insgesamt 15 betroffenen Kommunen abgerufen, wie Sprecher Kollmorgen sagte. Die Zugriffe seien protokolliert worden. Alle drei Gemeinden befinden sich demnach in Brandenburg.

Es musste nach einem konkreten Namen gesucht werden
Nach Angaben des Unternehmens, das sich auf Software für Behörden spezialisiert hat, konnten mit dem Zugang keine kompletten Melderegister abgerufen werden. Laut Kollmorgen musste nach einem konkreten Namen gesucht werden, um einen Treffer zu erhalten. Die Kennung sei zwischen dem 15. März bis zum vergangenen Freitag im Internet verfügbar gewesen. Inzwischen sei es nicht mehr möglich, damit Daten abzurufen. «Alle E-Government-Anwendungen wie Online-Melderegisterauskunft, Online-Anträge oder -auskünfte sind nach wie vor sicher und halten die datenschutzrechtlichen Bestimmungen konsequent ein», erklärte das Unternehmen. Welche Kommunen von der Sicherheitslücke betroffen waren, sagte der Sprecher nicht. Die 15 befänden sich im gesamten Bundesgebiet. (AP)