Teurer Stand-by-Betrieb : 

netzeitung.deÖfter mal richtig abschalten

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Ausmachen: Bildschirm auf Stand-by (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ausmachen: Bildschirm auf Stand-by
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die EU-Kommission plant eine Regelung zum Stand-by-Betrieb. Indem elektrische Geräte abgeschaltet und nicht nur in den Ruhemodus versetzt würden, könnte die Leistung zweier Atomreaktoren eingespart werden.

Die EU-Kommission will nach Informationen der «Welt am Sonntag» nach der herkömmlichen Glühbirne auch den stromfressenden Stand-by-Schaltungen den Kampf ansagen. Noch in diesem Jahr solle eine gesetzliche Regelung dazu auf den Weg gebracht werden, berichtete die Zeitung.

Bereits am 7. Juli sollen sich demnach Experten der EU-Staaten und der Brüsseler Behörde treffen, um strengere Grenzwerte festzulegen. Mit verbindlichen Vorgaben ließe sich der jährliche Stromverbrauch von Ungarn einsparen, sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs.

Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe haben in Deutschland im Jahr 2004 elektrische Geräte allein im Stand-by-Modus 18 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Das entspreche der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren oder der gesamten Stromerzeugung durch Windkraft in Deutschland.

Viele Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher verbrauchen viel Strom, auch wenn sie per Fernbedienung ausgeschaltet wurden. Ein Entwurf der Kommission sieht dem Zeitungsbericht zufolge vor, dass ein Jahr nach Inkrafttreten der Regelung ein Gerät im Bereitschaftsmodus nicht mehr als ein Watt (zwei Watt bei Informationsdisplays) ziehen darf. Vier Jahre später darf es nur noch jeweils die Hälfte sein.

100 Euro pro Haushalt
Dies sei ein vielversprechender erster Schritt, sagte Christian Noll vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund). Wenn diese Regelung komme, könnte europaweit auf sieben Kohlekraftwerke verzichtet werden. Der Bund erwartet, dass die Vorgaben bereits ab 2009 greifen.

Nach Angaben des Fraunhofer- Instituts IZM in Berlin, das bei der Ausarbeitung der Vorgaben federführend ist, hat die Industrie überwiegend zugestimmt. Noll betonte aber, was noch fehle, sei ein verbindlich vorgeschriebener Netzschalter, der das völlige Ausschalten ermöglicht. «Verbraucher ahnen oft nicht, dass das Gerät noch Strom zieht, obwohl sie den Knopf gedrückt haben.»

Das Fachportal «Golem.de» hat mit Verweisen auf Zahlen des Umweltbundesamtes und der Stftung Warentest errechnet, dass in deutschen Privathaushalten durch die bei Computern und sonstigen Elektrogeräten üblichen Stand-by-Schaltungen 3,3 Milliarden Euro im Jahr verloren gehen. 100 Euro pro Jahr könnte ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland sparen, wenn er Geräte richtig abschalte statt sie nebenher laufen zu lassen. (nz/dpa)