Teurer Stand-by-Betrieb :
Öfter mal richtig abschalten
23.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe haben in Deutschland im Jahr 2004 elektrische Geräte allein im Stand-by-Modus 18 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Das entspreche der Leistung zweier durchschnittlicher Atomreaktoren oder der gesamten Stromerzeugung durch Windkraft in Deutschland.
Viele Elektrogeräte wie Computer oder Fernseher verbrauchen viel Strom, auch wenn sie per Fernbedienung ausgeschaltet wurden. Ein Entwurf der Kommission sieht dem Zeitungsbericht zufolge vor, dass ein Jahr nach Inkrafttreten der Regelung ein Gerät im Bereitschaftsmodus nicht mehr als ein Watt (zwei Watt bei Informationsdisplays) ziehen darf. Vier Jahre später darf es nur noch jeweils die Hälfte sein.
Nach Angaben des Fraunhofer- Instituts IZM in Berlin, das bei der Ausarbeitung der Vorgaben federführend ist, hat die Industrie überwiegend zugestimmt. Noll betonte aber, was noch fehle, sei ein verbindlich vorgeschriebener Netzschalter, der das völlige Ausschalten ermöglicht. «Verbraucher ahnen oft nicht, dass das Gerät noch Strom zieht, obwohl sie den Knopf gedrückt haben.»
Das Fachportal «Golem.de» hat mit Verweisen auf Zahlen des Umweltbundesamtes und der Stftung Warentest errechnet, dass in deutschen Privathaushalten durch die bei Computern und sonstigen Elektrogeräten üblichen Stand-by-Schaltungen 3,3 Milliarden Euro im Jahr verloren gehen. 100 Euro pro Jahr könnte ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland sparen, wenn er Geräte richtig abschalte statt sie nebenher laufen zu lassen. (nz/dpa)

