22.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Screenshot der Katalogsoftware CDFinder
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Exif-Format, GPS oder Geotagger - wer Fotos mit geografischen Daten versehen will, hat zahlreiche Möglichkeiten. Die Katalogsoftware CDFinder geht sogar noch einen Schritt weiter.
Jedes Foto hat eine exakte Aufnahmezeit und einen genau bestimmbaren Ort. Mit der Zeit kommt der Computer schon immer gut zurecht. Etwas schwieriger ist es, den genauen Ort eines Bildes digital festzuhalten.
Inzwischen gibt es aber auch dafür eine Reihe intelligenter Lösungen. Für die Angaben der geografischen Breiten- und Längengrade hat das Exif-Format spezielle Felder vorgesehen. Es ist aber nicht ganz einfach, diese Exif-Daten in ein jpg-Foto einzutragen, weil diese eigentlich nur von der Digitalkamera erstellt werden. Und bislang können nur wenige Kameras, vor allem Profimodelle, die geografischen Daten festhalten.
Ein anderer Weg, die exakten Längen- und Breitengrade zu registrieren, führt über ein externes GPS-Gerät. Als Fotograf muss man nur diszipliniert genug sein, diese Daten auch aufzuschreiben oder im GPS-Gerät zu speichern. Windows-Anwender können dann daheim am PC die kostenlose Software des Foto-Dienstes locr.com nutzen, um die Ortsangaben in den Exif-Datensatz einzutragen.
Viele Möglichkeiten für Mac-UserFür Mac-Nutzer gibt es eine besonders einfache Möglichkeit mit Hilfe der Software Google Earth und dem «Geotagger» des Neuseeländers Craig Stanton. Dazu wird zunächst der genaue Ort der Aufnahme im Fenster von Google Earth zentriert - für höchste Genauigkeit in der maximalen Zoomstufe und mit Unterstützung eines kleinen Fadenkreuzes. Dann werden die dort aufgenommenen Bilddateien mit der Maus auf das Geotagger-Symbol im Dock gezogen.
Schon haben alle Bilddateien in ihrem Exif-Block die entsprechenden geografischen Daten erhalten. Sobald die Fotos mit dieser zusätzlichen Intelligenz versehen sind, kann man sich in verschiedenen Anwendungen den Ort der Aufnahme anzeigen lassen. Das geht etwa mit dem Online-Dienst locr.com oder auch mit der Bilderverwaltung Aperture von Apple.
Noch einen Schritt weiter geht das Mac-Programm CDFinder von Norbert Dörner. Hier kann man sich alle Fotos anzeigen lassen, die innerhalb eines bestimmten Umkreises aufgenommen wurden. Die Software zeigt mit einem Rechtsklick auf ein Bild schnell und zuverlässig alle Fotos, die in der Nähe des gespeicherten Standortes aufgenommen wurden. Dabei kann man in Kilometern oder auch Metern genau angeben, wie groß der Umkreis sein soll, in dem weitere Aufnahmen angezeigt werden sollen.
Schnittstellen für Flickr oder PanoramioDer CDFinder erstellt auch KML-Dateien für die Lokalisierung in Google Earth. Dieses XML-Format ist seit April ein Standard für digitale geografische Daten. KML eignet sich gut dazu, um genaue Standorte in den Google Maps zu markieren. Außerdem bietet der CDFinder Schnittstellen zu den Online-Diensten Flickr, Panoramio, MapQuest und Google Maps.
Dabei ist der CDFinder gar nicht speziell für solche Zwecke entwickelt worden. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Katalog-Software, die insbesondere für das Erfassen von CDs oder DVDs gedacht ist. Das Programm katalogisiert den Inhalt aller möglichen Datenträger, so dass man die auf einer CD oder einem USB-Stick gespeicherten Daten auch dann durchsuchen kann, wenn der Datenträger nicht eingelegt oder angeschlossen ist.
Da die Software auch Thumbnails von Fotos erstellt und deren Metadaten anzeigt, eignet sie sich aber auch gut als vielseitiges Bildarchiv. Die Privatlizenz für die Mac-Software kostet 29 Euro. (Peter Zschunke/AP)