Sicherheit von Computern und Netzwerken: 

netzeitung.deSpy.Win32.Banker.fgw ist das dickste Ding

 Herausgeber: netzeitung.de

Trojaner-Rekorde im Mai, Metapasswörter mit Bildschutz und riskante Internetcafés im Sommerurlaub: Neues aus der Welt der Würmer, Viren und Computersicherheit, kurz vermeldet.


Auch der kleinste Virus löscht die Festplatte
Jeder Computervirus ist anders. Einige von ihnen brechen Rekorde, weil sie besonders klein oder auch besonders weit verbreitet sind.
Wie die Sicherheitsfirma Kaspersky Lab mitteilte, war der kleinste im Mai entdeckte Schädling gerade einmal 15 Byte groß. Trotzdem schafft es Trojan.BAT.KillWin.dg, Windows auf der Festplatte des Nutzers zu vernichten.

Geradezu riesig mit einer Größe von 30 Megabyte wirkt dagegen der sogenannte Trojan-Spy.Win32.Banker.fgw, der dickste Schädling des Monats, der Bankdaten ausspionieren will.

Besonders gut versteckt wurde der Virus Backdoor.Win32.Hupigon.bxbu. Er ist gleich neunfach verpackt. (AP)

«MobileSitter» passt auf die Passwörter auf
Ein Programm zur sicheren Verwaltung von Passwörtern hat das Fraunhofer-Institut für Sichere Informations-Technologie vorgestellt.

Für den «MobileSitter», ein Programm für Java-fähige Mobiltelefone, muss sich der Nutzer nur noch ein Hauptpasswort merken. Damit lassen sich dann beliebig viele Passwörter verwalten. Das Programm kostet für ein Jahr 9,90 Euro.

Die Fraunhofer-Forscher haben nach eigenen Angaben ein Verfahren entwickelt, das bei korrekter Bedienung vor Hackerangriffen mit sogenannten Wörterbuchlisten schützt. Dabei werden einfach Millionen von Master-Passwörtern ausprobiert. Der «MobileSitter» weist falsche Passwörter aber nicht zurück, sondern liefert auch demjenigen, der ein falsches Hauptpasswort eingibt, ein Passwort oder eine vierstellige Pin. Nur, dass diese eben falsch sind - auch wenn sie echt aussehen.

Damit dem Eigentümer des Passworts nicht das gleiche passiert, wenn er sich zum Beispiel bei der Eingabe seines Masterpassworts vertippt, wurde als Sicherung eine Bestätigung durch ein Bild eingebaut. Der Nutzer muss sich nur merken, was sein richtiges Bild ist. Auch der Dieb bekommt ein Bild angezeigt - ob es das Richtige ist, weiß er aber nicht. Eine Version des «MobileSitters» für den PC, mit der man seine Geheimdaten zwischen PC und Mobilgerät synchronisieren kann, soll noch folgen. (AP)

Vorsicht bei Nutzung von Internetcafés im Urlaub
Zu besonderer Vorsicht bei der Nutzung von Internet-Cafes im Urlaub rät die Sicherheitsfirma G Data. Leicht könne unachtsamer Umgang mit den eigenen persönlichen Daten nachträglich noch für schlechte Stimmung sorgen, warnt das Bochumer Unternehmen. Beim Abrufen des Kontostands, der Buchung von Flügen per Kreditkarte oder der Nutzung von ungesicherten Wlans können die Daten schnell in die falschen Hände geraten.

Die größte Gefahr gehe immer noch von schlecht geschützten Internetcafés aus, erklärte G Data. Die eingesetzten PCs seien oft hochgradig mit Malware verseucht und lieferten Online-Kriminellen die begehrten Nutzerdaten frei Haus. Für den Versand von Urlaubsgrüßen sollten sich Nutzer vor Reisebeginn einen speziellen E-Mail-Account einrichten, rät G Data. So bleibt die sonstige E-Mail-Korrespondenz selbst bei einem Diebstahl der Zugangsdaten geschützt. (AP)