17.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Australien lässt sich Paypal nicht aufzwingen
Die Kritik an Ebay reißt nicht ab. Nun wollte das weltweit führende Online-Auktionshaus einen ganzen Kontinent zur Zahlung mit dem hauseigenen Dienst Paypal verpflichten. Doch daraus wird erstmal nichts.
Das Online-Handelshaus Ebay hat in Australien vorerst seine Pläne ausgesetzt, das eigene Zahlungssystem Paypal zur einzig möglichen Bezahlmöglichkeit zu machen. Zuvor hatte die australische Kartellbehörde Bedenken geäußert, dass der Wettbewerb dadurch eingeschränkt werden könnte.
Australien sollte das erste Land werden, in dem Ebay nur noch Paypal als Zahlungssystem akzeptiert – das Unternehmen nannte ursprünglich den 17. Juni als Stichtag. Das hatte umgehend zu Kritik bei Nutzern geführt, für die andere Zahlungsmöglichkeiten günstiger wären. Sie warfen Ebay zudem vor, nur daran interessiert zu sein, den Umsatz von Paypal zu steigern.
Nun erklärte Ebay, die Einführung des neuen Zahlungssystems sei auf den 15. Juli verschoben. Bis dahin werde man Verhandlungen mit dem Kartellamt führen und sich gegen die Entscheidung der Behörden wehren, die einen Paypal-Zwang bei der Nutzung von Ebay untersagt.
Sicherheit oder Monopol?Die Kartellbehörde hatte nach Expertenanhörungen argumentiert, dass Ebay mit der Ausschaltungen aller Zahlungsmethoden jenseits von Paypal den Wettbewerb deutlich reduziere. Das Online-Auktionshaus hielt dagegen und betonte, Paypal sei bei Online-Geldtransaktionen für den Nutzer sicherer als jede andere Zahlungsart.
Auch australische Banken hatten vor dem Paypal-Zwang gewarnt: Eine Überweisung mit Paypal sei teurer als eine normale Banküberweisung. Australien ist das erste Land der Welt, in dem Ebay seine User zur Nutzung von Paypal verpflichten will. Die Entscheidung über Paypal könnte Modellcharakter für die Ebay-Auftritte in anderen Ländern haben. (nz/AP)