16. Jun 2008 09:17
Praktisch sind sie ja, aber auch gefährlich - wie das Beispiel Spanien zeigt: Dort wurden nun zwei handysüchtige Jugendliche in die Kinderpsychiatrie eingewiesen. Zwei Jahre lang soll nichts mehr klingeln.
Am Ende waren sie so abhängig von dem Mobiltelefon, dass sie nicht mehr ohne den Apparat leben konnten. Deshalb wurden die Teenager in die Kinderpsychiatrie einer Klinik in Lérida im Nordosten des Landes eingewiesen. Die Handys seien für sie zu einer echten Droge geworden, sagte die Psychologin Carmé Tello: «Es ist wie bei Alkoholikern oder Spielsüchtigen.»Die Beziehungen in der Familie und die Leistungen in der Schule hätten stark unter der Abhängigkeit gelitten. Die Entzugsbehandlung könne bis zu zwei Jahren dauern. In dieser Zeit müssen die Teenager komplett auf ihr Handy verzichten.
Die Eltern hatten zunächst ärztlichen Rat gesucht, weil ihre Kinder von sogenannten Chat-Rooms und Messenger-Diensten im Internet abhängig waren. Mit diesen können im Netz anonym und per Kurznachricht Unterhaltungen geführt werden. In der Klinik sei festgestellt worden, dass die beiden auch «handysüchtig» seien. (dpa)