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Weltmeisterschaft der Feldroboter : 

Wo Golfbälle als Unkraut gelten

13. Jun 2008 14:58
Jan Schattenberg (l.) und Niko Brasch mit Feldroboter 'Helios'.
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Roboter tragen im Juni nicht nur eine Fußball-EM aus. Nun ist auch die Weltmeisterschaft der Feldroboter gestartet. Der Gewinner muss in einem Parcours im Maisfeld bestehen und fleißig Unkraut bekämpfen.

Agronaut brettert über das junge Maisfeld, bis die Räder durchdrehen. «Das ist ein bisschen zu schnell», urteilt Jens Thoben und stöpselt den kleinen Roboter wieder an den Computer.

Der 22 Jahre alte Elektrotechnikstudent ist für die Programmierung des elektronischen Multitalents zuständig, mit dem das Team der Fachhochschule (FH) Osnabrück bei den Weltmeisterschaften der Feldroboter an den Start geht. Die FH richtet an diesem Freitag und Samstag den Wettbewerb in Wallenhorst bei Osnabrück aus.

Zwölf landwirtschaftliche Roboter aus Deutschland, Skandinavien und den Beneluxstaaten messen sich in fünf Disziplinen, darunter Unkrautbekämpfung, Navigation und Pflanzen zählen.

Bedeutung für die Landwirtschaft

Das Team aus Osnabrück wird von dem Ingenieurwissenschaftler Arno Ruckelshausen betreut. Der Professor sieht im Roboterbau für die Landwirtschaft ein zukunftsträchtiges Forschungsgebiet: «Die Bereiche Energie, Ernährung und Landschaftspflege werden noch an Bedeutung gewinnen», sagt er. Schon in 15 Jahren könnten etwa Robotersysteme auf den Markt kommen, die jede einzelne Pflanze auf einem Feld erfassen und deren Wachstum verfolgen. Die Maschinen seien ökonomisch und ökologisch kaum zu überbieten: «Unkraut wird gezielter besprüht, so dass weniger Pestizide benötigt werden, die Sicherheit ist hoch, und die neuen Technologien schaffen auch noch Arbeitsplätze.»

Seit März haben Jens Thoben und 14 Kommilitonen an Agronaut getüftelt: Prozessorboards und Mikrocontroller wurden auf ein Modellbau-Fahrwerk aus Aluminium montiert und mit den «Augen» des Roboters - einer Kamera und mehreren Infrarot- und Ultraschallsensoren - verkabelt. Die Technik wird von einer Plexiglashaube geschützt.

Sponsoren schauen zu

Neu an Agronaut im Gegensatz zu seinen Vorgänger-Modellen ist eine Motorregelung. «Die soll die Geschwindigkeit an Steigungen konstant halten», erklärt der für den technischen Aufbau zuständige Matthias Dünninghaus. 1950 Euro stecken in dem etwa 15 Kilogramm schweren und 50 Zentimeter hohen Roboter.

Im Wettbewerb muss er unter anderem eigenständig so schnell wie möglich einen Parcours in einem Maisfeld abfahren oder Golfbälle als Unkraut erkennen und bekämpfen. Doch bevor Agronaut diese Aufgaben selbstständig bewältigen kann, sind noch einige Nachbesserungen notwendig. Teamleiter Timo Brenningmeyer ist dennoch entspannt. «Wir haben noch ein paar Stunden», sagt er grinsend. Auch die Konkurrenz, die nebenan auf einem Feld trainiert, schraubt immer wieder an ihren Maschinen herum.

Für die jungen Akademiker biete die Meisterschaft eine Möglichkeit, praktisch im Team zu arbeiten, betont Ruckelshausen. Diese Praxisnähe werde auch von Unternehmen geschätzt. «In Bewerbungsgesprächen werden unsere Studierenden oft nach dem Projekt gefragt.» Bei der Weltmeisterschaft schauen auch mögliche Sponsoren zu. Firmen in der Region Osnabrück zeigten bereits Interesse, berichtet Ruckelshausen. (Iris Schmellenkamp/dpa)


 
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