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25 Jahre Handy: 

Wenn's unter der Erde bimmelt ...

13. Jun 2008 07:36
Kein Schwein ruft mich an: Handyweitwurf
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... dann hat sich mal wieder ein Toter nicht von seinem Lieblingsgerät trennen können. Ein kleiner Überblick, was man neben Telefon, Foto- und SMS-Funktion sonst noch mit Handys anfangen kann.

Telefonieren, SMS verschicken und empfangen, Fotos schießen und mobil im Netz surfen - klar, kennt ja jeder.

Aber Handys sind noch für ganz andere Sachen gut. Wo sich einige Iren selbst im Tod nicht von ihrem Mobilfunkgerät trennen mögen, da konkurrieren Finnen und Deutsche um den Weltrekord im Handyweitwerfen. Japaner mögen ihre SMS eher lyrisch, US-Amerikaner dagegen lassen auch ihre Pflanzen simsen.

Handys im Grab

Man kann es skurril finden, dass ein montenegrinischer Großvater im Jahr 2007 exhumiert werden musste, weil der mobilfunksüchtige Opa zwar seinem Testament gemäß mit Handy, aber ohne Sim-Karte bestattet worden war. Die hatte sein Enkel kurz vorher rausgenommen. Aber es kam so, wie es der Alte gewollt hatte: Er wurde nochmal ausgegraben, der Sarg geöffnet, die Sim-Karte eingefügt, und dann erst begann die letzte Ruhe.


Es ist alles andere als ein Einzelfall, dass Menschen zusammen mit ihren Handys bestattet werden wollen. Ist es für die einen ihr letzter Kontakt zur Außenwelt, der die völlige Vereinsamung verhindert hat und deswegen mit ins Grab muss, so wollen andere für den Fall gewappnet sein, dass an dem weit verbreiteten Schauermärchen vom Scheintot-Sein doch was Reales dran ist. Besonders in Irland ist diese Angst verbreitet, deshalb kommen dort besonders viele Mobilfunkgeräte unter die Erde.

Wie auch immer - selbst die Lebenden haben offensichtlich das Bedürfnis, dem Toten via Handy nahe sein zu können. Das beweist zum Beispiel die Existenz der Webseite Telefonengel.com. Dort bietet der Seitenbetreiber an, zum Preis von knappen 1500 Euro ein Handy mit einer besonders langlebigen Batterien und einem kleinen Lautsprecher als Grabbeilage mit zu beerdigen. Wer mal nicht das Grab des Angehörigen oder Freundes besuchen kann, ruft einfach an und kann auf diese Weise mit dem Toten kommunizieren - einseitig, versteht sich.

Handyweitwurf

Beim Handyweitwurf schmeißt man nicht einfach sein Handy durch die Gegend, wie es einem gerade passt. Es handelt sich dabei um einen Wettbewerb mit Meisterschaften, nationalen und internationalen Verbänden sowie klar definierten Regeln und Weltrekorden.


Bereits seit dem Jahr 2000 werden in Finnland Weltmeisterschaften ausgetragen mit einem zu diesem Zweck ausgearbeiteten Regelwerk - den sogenannten finnischen Regeln. Sie sind jedoch nicht überall anerkannt. In anderen Teilen der Welt gelten oft andere Bedingungen. Grob gesagt unterscheiden sich die Regelwerke darin, dass man in Finnland meistens mit und zum Beispiel in Deutschland überwiegend ohne Akku wirft. Außerdem spielen diverse Gewichtsklassen eine Rolle.

Daraus resultieren auch unterschiedliche Weltrekorde. Nach den finnischen Regeln wird der - hm, klar - Finne Ville Piippo mit 82,55 Meter als Weltrekordler geführt, nach anderen der Deutsche Marko Hübenbecker, der es mal auf 83,32 Metern brachte.

SMS-Literatur

Literatur als Handy-Häppchen to go: In Japan vor allem um das Jahr 2005 herum sehr verbreitet, haben sich SMS-Prosa und -Lyrik bis heute halten können und sind längst auch in Europa angekommen. Doch nach wie vor gilt Japan, gefolgt von Südkorea, als größter Markt für SMS-Literatur.

Dabei gibt es alles - vom Kurzgedicht bis zum Fortsetzungsroman und vom Wörterbuch bis hin zu literarischen Klassikern. Als Hauptkunden gibt die auf Handydienste spezialisierte japanische Firma Banda Networks Frauen mittleren Alters an.

Doch geht es nicht bloß um passive Lektüre. Schon seit 2001 werden SMS-Literaturwettbewerbe veranstaltet und Preise ausgeschrieben. Zahlreiche Kleinverlage in aller Welt haben sich auf diese Art der Literatur spezialisiert.

Pflanzen simsen nach Wasser

Die Firma Botanicalls aus New York bietet das elektronische Sensor- und Kommunikationssystem Botanicalls-Twitter an, mit dem Pflanzen sich bei ihrem Besitzer melden können, wenn sie zu wenig Wasser bekommen. Die Pflanze kann über den Mikro-Blogging-Dienst Twitter eine Nachricht versenden. Benötigt werden dafür nur zwei in der Blumenerde steckende Sensoren, eine Steuerungsplatine und ein Ethernetkabel für die Webverbindung.

Das von vier New Yorker Studenten erfundene System wird derzeit im Internet für 160 US-Dollar (etwa 103 Euro) angeboten. Es handelt sich dabei um einen Bausatz, den der Pflanzenbesitzer mit ein wenig Bastelei für seine Zwecke anpassen kann. Wenn die jeweilige Pflanze Nachrichten auf den Twitter-Account des Besitzers geschickt hat, kann dieser die Nachricht im Web abrufen oder sie sich als SMS direkt aufs Handy senden lassen. Wie die US-Presse berichtet, ist die Nachfrage nach Botanicalls-Twitter groß.

 
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