Nach dem Ende der HD DVD: 

netzeitung.deBlu-ray sieht noch schwarz

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Dreht sich auf der Stelle: Blu-ray (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dreht sich auf der Stelle: Blu-ray
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auch nach dem Ende des Formatstreits bleibt die Nachfrage nach Blu-ray gedämpft. Einige Interessierte klagen über zu hohe Kosten. Den meisten reicht aber einfach die DVD. Dennoch könnte der blauen Scheibe die Zukunft gehören.

Viele haben erwartet, dass mit dem Ende des Formatstreits zwischen Blu-ray und der HD DVD jetzt der große Boom für die Datenträger mit den hochauflösenden Filmen beginnt. Die Nachfrage bleibt aber verhalten. Experten erwarten, dass es noch Jahre dauern wird, bis Blu-ray die DVD ablösen wird.

Noemi Velazquez kennt einen wichtigen Grund dafür. Beim Blick auf die Preise für Blu-ray-Player geht die 44-jährige Kalifornierin schnell weiter. «Ich muss zugeben, dass Blu-ray eine großartige Sache ist», räumt sie ein. «Aber ich werde warten, bis die Preise um die Hälfte gesunken sind.» Die Verbraucher zögern auch, weil es bislang nur ein überschaubares Angebot von Filmen im Blu-ray-Format gibt.

Marktbeobachter, Filmstudios und der Interessenverband der Blu-ray Disc Association sagen alle, dass Blu-ray einmal das Geschäft mit Spielfilmen dominieren wird. Die Frage ist nur, wann es soweit ist. Einige Verbraucher warten offenbar auch ab, weil sie noch nicht absehen können, wie sich die Videodienste über Kabel, Satellit und Internet entwickeln werden.

Der Hauptgrund ist aber wohl, dass die meisten Verbraucher mit der Standard-DVD zufrieden sind. Erst kürzlich habe sie einen Fernseher mit HD-Unterstützung gekauft, sagt Velazquez. Da sie diesen aber noch immer abzahlen müsse, wolle sie ihren Einstieg mit den hochauflösenden Filmen erst einmal verschieben. Solange sei sie noch zufrieden mit dem Fernsehangebot und den Filmen auf der normalen DVD.

«Bei der DVD war es ganz genauso»
Die vor allem von Sony vorangetriebene Blu-ray-Technik kann sich seit Februar mit dem Etikett schmücken, die Videotechnik der nächsten Generation zu sein. Damals beschloss Toshiba, die weitere Entwicklung des HD-DVD-Formats einzustellen. Auslöser war die Entscheidung der Filmproduktionsgesellschaft Warner für Blu-ray. Für diesen Sommer und das anschließende Weihnachtsgeschäft planen die Filmstudios ein breiteres Portfolio von Spielfilmtiteln auf Blu-ray.

Anders als bei der Ablösung der VHS-Videokassette Ende der neunziger Jahre gibt es beim Wechsel von DVD zu Blu-ray keinen zusätzlichen Vorteil der Platzersparnis. Die DVD-Sammlung bleibt im Unterschied zu den Regalen mit den VHS-Kassetten auch weiter erhalten, da die Blu-ray-Player die bisherigen Scheiben weiter abspielen können.

Das Preisargument lassen die Blu-ray-Protagonisten nicht gelten. Ein Blu-ray-Player sei um etwa 100 Dollar (65 Euro) günstiger als ein DVD-Player zum vergleichbaren Zeitpunkt seiner Markteinführung, sagt Dorinda Marticorena von Warner Home Video. Andy Parsons von der Blu-ray Disc Association ergänzt: «Bei der DVD war es ganz genauso. Die Player waren teuer, und es gab nicht viele Titel. Aber siehe da, das Interesse nahm zu und die Nachfrage begann zu steigen.»

Playstation 3
Allein in den USA gab es im vergangenen Jahr mehr als 101 Millionen Haushalte, die DVDs abspielen konnten - verglichen mit 3,7 Millionen Blu-ray-Nutzern, inklusive der Spielkonsole Playstation 3. In Deutschland gilt der Markt für DVD-Geräte mit einer Reichweite von etwa zwei Drittel aller Haushalte als fast gesättigt.

Bei der Blu-ray-Verbreitung rechnet der Branchenverband Bitkom für dieses Jahr bei Abspielgeräten mit einer Steigerung von mehr als 600 Prozent auf 87 Millionen Euro - allerdings bei einem geringen Ausgangswert. Bis Februar dieses Jahres wurden nach Angaben der Blu-ray Group Deutschland rund 390.000 Geräte zum Abspielen der blauen Scheiben verkauft, davon handelte es sich bei rund 80 Prozent die Playstation 3.

Um die Filmliebhaber zum Umstieg zu bewegen, wollen die Filmstudios verstärkt die zusätzlichen Möglichkeiten des neuen Formats nutzen wie die Internet-Anbindung mit der Bezeichnung «BD Live» für Chats oder Video-Messaging sowie das «Bild im Bild», etwa für Kommentare des Regisseurs. Neben der höheren Bildqualität sollen solche Extras die Kundschaft darüber hinweg trösten, dass die Blu-ray-Titel noch deutlich teurer sind als die entsprechenden Filme auf DVD. (Ryan Nakashima/AP)