05.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Suchmaschine, in der man selbst entscheidet, welche Ergebnisse wirklich weiterhelfen - Wikia Search macht's möglich. Genau wie bei Wikipedia fehlt aber auch hier eine ernst zu nehmende Qualitätskontrolle.
Die Suchmaschine Wikia Search steht nun auch nicht registrierten Usern offen: Seit Dienstag kann jeder, der möchte, Änderungen in den Suchindex einfließen lassen. Das Prinzip der Website orientiert sich an der Online-Enzyklopädie Wikipedia, deren Gründer Jimmy Wales auch Wikia ins Leben rief. Mit dem neuen Projekt sollen Internet-Nutzer in Gemeinschaftsarbeit eine offene Web-Suche gestalten.
Wikia Search war im Januar in einer Alpha-Phase gestartet, erntete wegen des mangelhaften Indexes und der unvollständigen Benutzeroberfläche aber jede Menge Kritik. Gibt man in der neuen Version einen Suchbegriff ein, tauchen neben jedem Treffer Menüpunkte auf, über die sich die einzelnen Links kommentieren lassen.
Links löschen, bewerten und umschreibenIndem die User die Internetseiten bewerten, beeinflussen sie ihre Positionierung in den Ergebnislisten eine Funktion, über die Google nicht verfügt. Auch die Überschrift und Beschreibung der Links können geändert werden. Wer bessere Ergebnisse kennt, kann sie einfach hinzufügen. Führt ein Ergebnis in die falsche Richtung, darf man den Link auch ganz löschen, der dann nur noch als durchgestrichener Verweis auf der Seite erscheint.
Wikia Search wurde zum Start der Beta-Version mit Spam-Filtern ausgestattet, die Werbeeinträge möglichst schon im Vorfeld aussortieren sollen. Allerdings werden die Links vor ihrer Aufnahme in die Datenbank nicht geprüft - genau wie bei Wikipedia verlassen sich die Betreiber auf das Prinzip der Selbstkontrolle.
Jimmy Wales mit Syphilis verbundenDass die nicht immer reibungslos funktioniert, zeigt das Beispiel Jimmy Wales selbst. Gibt man seinen Namen als Suchbegriff ein, tauchen auffällig viele kritische Links auf. Immerhin wurde der Wikipedia-Artikel zu Syphilis aus der Ergebnisliste gelöscht der durchgestrichene Eintrag bleibt aber bestehen und kann auch weiterhin angeklickt werden.
Nach Angaben des Windows Online-Magazins «Winfuture» testeten bisher 20.000 registrierte Nutzer das neue Suchmaschinen-Projekt. Sie hätten insgesamt 60.000 Änderungen an Suchergebnissen vorgenommen und 25.000 Mini-Artikel zu Suchbegriffen geschrieben.
Bezahlung für wertvolle LinksWie das Nachrichtenportal «Heise Online» berichtete, ist Wikia nicht das einzige Unternehmen mit der Idee einer Userbestimmten Suchmaschine: Größter Konkurrent sei die Website «Mahalo.com». Ihre Betreiber bezahlen angeblich Leute dafür, dass sie zu bestimmten Themen die wertvollsten Links sammeln. Parallel zur Öffnung von Wikia Search erlaubt nun auch Mahalo allen Usern, Kurzartikel zu Suchbegriffen zu editieren, kontrolliert sie aber vor der Veröffentlichung.
Außerdem hat Yahoo das Projekt Search Monkey ins Leben gerufen. Damit können Einträge um Kontaktdaten, Preise oder Bewertungen ergänzt werden, so dass der User schon bei der Suche relevante Informationen erhält. Laut Yahoo dauert es nur zehn Minuten, die eigenen Resultate mit Search Monkey zu konfigurieren. Allerdings lässt sich dadurch nicht die Platzierung in der Ergebnisliste beeinflussen. (nz)
Für das Web ediert von Maike Schultz