Sicherheit von Computern und Netzwerken:
«You look stupid»: Online-Gauner werden frech
04. Jun 2008 07:50
 |  Jetzt hilft nur noch ein guter Virenschutz | Foto: dpa |
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Auch Produzenten von Viren machen mal Urlaub, angepampt und ausgephisht sowie ein neuer Roman über Cyberkriminalität: Neues aus der drolligen Welt der Viren, Würmer und Trojaner im Kurzüberblick.
E-Mails werden sicherer, Phishing nimmt zu
Auch Virenschreiber machen anscheinend Urlaub. Diese Vermutung legt zumindest die Sicherheitsfirma Kaspersky Lab in ihrer Bilanz für den Monat Mai nahe. Bei der Verbreitung von Schadprogrammen über E-Mails habe es im Mai kaum Besonderheiten gegeben, heißt es.
Virenschreiber seien scheinbar einer langjährigen Tradition treu geblieben und hätten sich auf den Weg in die Sommerferien gemacht. Nur so sei wohl das nahezu vollständige Fehlen von Epidemien im E-Mail-Verkehr zu erklären, hieß es.
Spurlos verschwunden seien einige Trojan-Downloader, die von Januar bis April überaus aktiv waren. Ihre Autoren hätten sich anscheinend von der Versendung ausführbarer Komponenten der Würmer per E-Mail verabschiedet und nutzten nun Hyperlinks auf infizierten Websites, erklärte Kaspersky Lab.
Der E-Mail-Verkehr werde zumindest in Bezug auf die Verbreitung von Viren mittels elektronischer Post immer sicherer, erklärte Kaspersky Lab. Die Probleme mit Phishing und Spam blieben allerdings bestehen und seien unterm Strich für den Endanwender nicht weniger ernst zu nehmen und gefährlich. (AP)
Erst beleidigt, dann ausgespäht
Die Verbreiter von Schadprogrammen versuchen Computernutzer jetzt auch mit Beleidigungen auf infizierte Websites zu locken. Wie die Sicherheitsfirma G Data berichtete, kursieren derzeit Spam-Mails, in denen es zum Beispiel heißt: «You look really stupid». Glaubwürdig werden sie durch die Verwendung des Vor- und Nachnamens des potenziellen Opfers in der Betreffzeile.
Mit dem Einsatz personalisierter Spam-Mails versuchten die Täter, Spamfilter auszutricksen. Der in die Mail eingebundenen Link verweist scheinbar auf eine seriöse Adresse, tatsächlich landet der Nutzer auf einem Server, auf dem die Schadsoftware liegt. Auf der präparierten Seite werde dann der Trojan-Downloader.Win32.Exchanger.cb installiert, der weiteren Schadcode nachlädt, erklärte G Data. Ziel des Angriffs sei es, Kreditkarteninformationen zu erhalten und weiteren Schadcode zu installieren. (AP)
IT-Krimi «Spam aus dem achten Stock»
Auf Sicherheitswarnungen hört eh keiner mehr, aber Krimis lesen die Leute. Das dachte sich wohl die IT-Sicherheitsfirma Sophos und beauftragte den Mainzer Autor Rainer Sauer damit, die alltägliche Arbeit in eine spannende Geschichte zu verpacken. Herausgekommen ist dabei der IT-Krimi «Spam aus dem achten Stock». Er soll dem Leser vor Augen führen, wozu Cyberkriminelle fähig sind.
Im Mittelpunkt steht der Spam-Angriff auf eine mittelständische Speditionsfirma, bei der plötzlich alle Computer, Laptops und Telefone lahmgelegt sind. Auf die Jagd nach den kriminellen Spam-Versendern machen sich dann der IT-Verantwortliche der Spedition und ein erfahrener Security-Profi und ambitionierter Fassadenkletterer.Ziel sei es, mit dem Krimi Computernutzer auf zugleich unterhaltsame wie anschauliche Weise über IT-Sicherheits-Risiken und geeignete Schutzvorkehrungen zu informieren, erklärte Sophos. Cyberkriminalität betreffe zwar jeden, der einen Computer besitzt, viele Anwender scheuten sich aber, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen, da es ihnen viel zu komplex erscheine. Die beschriebenen Angriffsmethoden krimineller Spammer basieren dabei auf den Erkenntnissen der SophosLabs, der Forschungszentren von Sophos.
Interessierte können «Spam aus dem achten Stock» als PDF-Version herunterladen. (AP)