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Tipps zum Kauf von Blu-ray-Laufwerken: 

So wird der PC «HD ready»

24. Mai 2008 11:02
Allein auf weiter Flur: Blu-ray
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Blu-ray hat die HD DVD vom Markt verdrängt. Doch am Computer ist das neue Speichermedium noch nicht so richtig angekommen. Experten geben einige Tipps, welche Blu-ray-Anschaffung sich lohnt – und welche nicht.

Den Formatkrieg um die Nachfolge der DVD hat Blu-ray gewonnen - jetzt hoffen die Hersteller, dass der Standard endlich auch die Herzen der PC-Anwender erobert. Filmfans finden inzwischen recht günstige Laufwerke, mit denen sie den Rechner fit für die Videozukunft machen können. Beim Aufrüsten des Computers müssen Käufer aber mit technischen Problemen rechnen. Denn damit der PC HD-tauglich wird, sind eine genau aufeinander abgestimmte Hardware und passende Abspielprogramme nötig.

Einsteigermodelle sind mittlerweile erschwinglich: Reine Abspielgeräte wie Pioneers BDC-202, das DH-401S aus dem Hause Lite-On oder das Modell GGC-H20L von LG Electronics werden ab 130 Euro angeboten. «Damit lässt sich der Rechner zur HD-Heimkino-Anlage aufrüsten», sagt LG-Sprecher Nils Seib in Willich. So könnten Filmfans einen Wohnzimmer-PC mit Blu-ray-Laufwerk an einen passenden Fernseher oder Beamer anschließen, um zu Hause hochauflösende Videos anzuschauen. Praktisch sind dabei Kombispieler: Sie können nicht nur HD-Scheiben lesen, sondern auch DVDs oder CDs abspielen und brennen.

Deutlich teurer als einfache Player sind dagegen Blu-ray-Brenner: Hier beginnen die Preise bei rund 250 Euro, neuere Laufwerke wie das LG BE06LU10 kosten rund 400 Euro. Es kann auch HD-DVDs lesen, was praktisch für Kunden ist, die im Wettstreit der zwei Formate auf das falsche gesetzt haben. Grundsätzlich haben Käufer die Wahl zwischen externen und internen Laufwerken. Während Geräte zum Einbauen wie Sonys BDU-X10S über eine Sata-Schnittstelle angeschlossen werden, bringen etwa Philips und Lite-On mit dem DX-401S ein externes Modell auf den Markt, das die Daten via USB-Kabel überträgt.

Teure Rohlinge

Künftig dürften Blu-ray-Laufwerke auch beim Archivieren von Daten eine wichtige Rolle spielen, sagt Alexander Droller vom Hersteller Pioneer in Würselen bei Aachen. Mit einer Kapazität von bis zu 50 Gigabyte (GB) böten die blauen Rohlinge deutlich mehr Speicherplatz als DVDs. Sie eigneten sich derzeit etwa für Hobbyfilmer, die mit einer HD-Kamera Videos drehen, sagt LG-Sprecher Seib.

«In der Regel lohnt sich Blu-ray als Backup-Lösung aber nicht - die Rohlinge sind immer noch exorbitant teuer», sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin. So müssen Kunden schon für einmal beschreibbare BD-R-Medien mit 25 GB knapp zehn Euro pro Stück berappen, für eine wiederbeschreibbare 50-GB-Scheibe (BD-RE) sind mindestens 30 Euro fällig.

Auch kann das Beschreiben schnell zur Geduldsprobe werden: Weil viele Rohlinge nur eine zweifache Brenn-Geschwindigkeit unterstützen, müssen Käufer rund drei Stunden einrechnen, um einen 50-GB-Rohling zu füllen. Zum Sichern von PC-Daten sei daher eine externe Festplatte besser geeignet, sagt Knaak. «Oder ich nehme eben eine DVD mehr.»

Playstation kann helfen

Wer seinen PC nachrüsten will, muss außerdem oft mit Problemen rechnen, sagt Hartmut Gieselmann von der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't». Denn nicht alle Grafikkarten und Monitore hätten die passenden Eingänge und seien nicht auf den Kopierschutz von HD-Filmen ausgelegt. Das gilt auch für Fernseher und Beamer, die der PC ansteuern soll. Auch hätten Anwender mit einem Wirrwarr an Filmformaten und Tonausgabe-Arten zu kämpfen. «Und dann sind die Menüs zum Teil so sehr mit interaktiven Java-Anwendungen vollgepfropft, dass mancher Player da dauernd zu ruckeln anfängt.»

Dem Durchschnittsanwender bringe es ohnehin wenig, den Rechner HD-tauglich zu machen, um Filme in noch schärferer Bildqualität als bislang sehen zu können, sagt Knaak. «Den Unterschied zur DVD dürften die meisten eh nicht sehen.» Wer etwa unterwegs einen Film auf dem Monitor anschauen will, müsse mindestens ein 24-Zoll-Display haben, damit sich die neue Bildtechnik optisch bemerkbar macht. Beim Fernseher sei hierfür eine Bilddiagonale ab einem Meter und eine volle HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten nötig. «Außerdem darf man nicht mehr als zwei Meter vom Bildschirm weg sitzen.»

Wem das Aufrüsten in Eigenregie zu umständlich ist, sollte zunächst abwarten, bis Blu-ray-PCs als Komplett-Lösung angeboten werden, rät Gieselmann. «Oder man stellt sich einfach eine Playstation ins Wohnzimmer - die taugt auch als Blu-ray-Player für den Fernseher und läuft ohne große Bastelei.»

Systemvoraussetzungen für Blu-ray-Rechner

Um Blu-ray-Filme am PC abspielen zu können, müssen die Grafikkarte und der Monitor das Verschlüsselungssystem HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) unterstützen. Dazu brauchen sie einen HDMI-Eingang oder eine DVI-Schnittstelle mit HDCP.

Sollen die kopiergeschützten HD-Filme auf einem Fernseher oder Beamer gezeigt werden, gelten die Anforderungen auch für diese Geräte. Für eine flüssige Wiedergabe von Blu-ray-Scheiben ist außerdem ein flotter PC nötig: Empfohlen werden ein 2,5 Gigahertz schneller Doppelkern-Prozessor und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. (Tobias Schormann/dpa)

 
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