22.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wird immer umfassender: Google Earth Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Suchmaschinenbetreiber verknüpft mal wieder zwei seiner Erfolgsprojekte: Auf Google Earth ist nun auch Google News sichtbar - zumindest in den USA. Nur: Von der Welt sieht man fast gar nichts mehr.
Schon jetzt ist Google Earth nicht einfach nur eine Software, mit der man sich die Welt ansehen kann. Wer will, kann sich dort auch Fotos, Youtube-Videos, User-Empfehlungen für Restaurants und Kneipen, Google Street View und Wikipedia-Einträge einblenden lassen. Neu hinzugekommen ist nun auch Google News, das personalisierte Nachrichtenangebot des Suchmaschinenbetreibers.
Erstmal nur in den USA kann man sich seit Mittwoch innerhalb von Google Earth auch Nachrichten zu bestimmten Orten anzeigen lassen. Ein Bewohner New Yorks, der diese Option zulässt, wird beim nächsten Start des Programms über medienrelevanten Punkten seiner Stadt sogenannte News-Layer finden: Einblendungen von Presseberichten, die mit jenem Ort zu tun haben. Über den Layer wird man dann mit einem Klick direkt mit der Nachrichtenquelle verbunden.
Gäbe es das Ganze schon in Deutschland, so könnte der User auf der Google Earth-Karte für Berlin rund um die Philharmonie derzeit besonders viele Layer anklicken. Doch soweit ist es noch nicht, auch wenn sich das, wie Google ankündigte, bald ändern soll. In Kürze werde der Dienst auch in Europa verfügbar sein, berichtete «Spiegel Online».
Man sieht nichts mehrSchon jetzt kritisieren US-Nutzer in Foren, dass einzelne Orte auf Google News mit den diversen Layern vollgepappt seien. Allein in den USA stehen über 4000 Nachrichtenquellen zur Verfügung. Nicht jede von ihnen ist mit der Nutzung durch Google News einverstanden, in der Vergangenheit haben Zeitungen deswegen schon geklagt - bisher erfolglos.
Neu ist die Idee, Nachrichten in Karten und Geografie-Software einzublenden, nicht. Es gibt bereits Dienste, die Meldungen großer Nachrichtenagenturen auf lokaler Kartenebene sichtbar machen. In Deutschland macht dies etwa der Anbieter Webnews. Neu ist aber die Größenordnung: Wieder einmal führt Google zwei sehr erfolgreiche Webanwendungen geschickt zusammen.
So wie man in der Natur manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, wird aber derjenige, der in Google Earth alle Layer zulässt, bald die Welt vor lauter Einblendungen nicht mehr sehen. Ähnliches gilt für Google Maps. Auch hier soll Google News bald Eingang finden, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab.