Neues aus der und für die IT-Welt:
Technik, die anmacht!
20. Mai 2008 14:17
 |  Da schläft es(angezogen): Virtual Girlfriend | Foto: Drew Burrows |
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Nicht nur Müll, sondern auch viel Gutes wird derzeit in der IT-Branche entwickelt: Navis, die die Glotze einschalten, Roboter, die Schmerz erkennen, oder eine virtuelle Frau fürs Bett. Die
Netzeitung gibt einen kleinen Überblick.
Neulich haben wir uns hier ziemlich abfällig über all den Müll ausgelassen, der sich mittlerweile im Internet so findet oder demnächst vielleicht dort zu finden sein wird. Das hat unter manchen Lesern für Kritik gesorgt - Kritik, die wir uns selbstverständlich zu Herzen nehmen.
Deshalb sollen diesmal einige Erfindungen vorgestellt werden, die nichts mit Datenmüll zu tun haben, sondern der Menscheit (oder zumindest einigen Teilen von ihr) helfen können, den oft beschwerlichen Alltag zu erleichtern.
Nie mehr alleine schlafen
Drew Burrows, ein New Yorker Student, hat der verblüfften Öffentlichkeit in der vergangenen Woche auf der - Vorsicht: Wortungetüm - «Interactive Telecommunications Program Spring Show at Tisch School of the Arts» der New York University eine Erfindung präsentiert, die vor allem Singles zugute kommen soll: das «Virtual Girlfriend».
Bei der neuen Freundin handelt es sich, in den Worten des «New York Magazines», um «eine Infrarot-sensitive Lichtprojektion (das bedeutet, sie reagiert und bewegt sich über einen Infrarot-Sensor namens Inbed.» Das Magazin zitiert Burrows mit den Worten: »Es ist so schön, jemanden zum Zusammenrollen zu haben, wenn du müde oder erschöpft bist.» Als einziges Problem wird bisher benannt, dass das «Virtual Girlfriend» nur zweidimensional sei.
Wachhunde besser verstehen
Ein spezielles Computerprogramm hilft in israelischen Gefängnissen bei der Interpretation des Gebells von Wachhunden. Auf diese Art sollen Aufseher Warnungen der Hunde vor einem Häftlingsausbruch besser von normalem Kläffen unterscheiden können, wie der Leiter der Hundeabteilung des israelischen Gefängnisdienstes, Noam Tavor, am Montag im Armeerundfunk sagte.Das Programm zeichne das Gebell über Mikrofone auf und gewichte es dann. «Es leitet nur das Bellen weiter, das im Hinblick auf die Sicherheit von Bedeutung ist - Bellen, das Stress oder Aggression erkennen lässt», sagte Tavor. In der Vergangenheit hätten Aufseher zuweilen Alarmgeräusche von Hunden entweder nicht gehört oder ihre Bedeutung nicht rasch genug erkannt.
Ein Navi für alles
Das Licht im Haus ausmachen, die Haustüre abschließen und auch mal nach den Haustieren sehen - das können Autofahrer in Japan bald auch während sie im Auto sitzen. Möglichen machen soll dies ein neues Navigationsgerät von Panasonic, das 354.900 Yen (2.200 Euro) teure «Strada F-Class».
Es weist einem nicht nur den Weg durch den Straßendschungel, sondern kann über ein internetfähiges Mobiltelefon auch mit dem Haus verbunden werden. Dieses allerdings muss auch mit dem Internet verbunden sein und über einen eigenen Server verfügen. Zurzeit gibt es in Japan nur rund 2000 derartige Häuser, wie ein Panasonic-Sprecher mitteilte. Ob das Gerät auch außerhalb Japans angeboten werden soll, war noch nicht klar.
Roboter lernen Gesten
Dreidimensional geht es dagegen beim Projekt «Cooperative Human Robot Interaction Systems» (Chris) des Bristol Robotics Lab zu. Hier will man Robotern endlich beibringen, die Mimik, Gestik und Körpersprache von Menschen zu begreifen. Das Forscherteam der University of Bristol und der University of West England will damit Probleme verringern, die sich bisher beim Einsatz von Robotern etwa im Pflegebereich ergeben hätten.
Wie Menschen sollen die Maschinen, wenn alles gut geht, demnächst Gesichtsausdrücke, Körperhaltung, Gesten und Blicke interpretieren können. Anfangs gehe es darum, dass Roboter den Ausdruck von Schmerz auf dem Gesicht eines Menschen oder eine gehobene Hand als Stop-Zeichen erkennen, erläuterte Chris Melhuish, Direktor des Bristol Robotics Lab in der Presse. Das Forschungsprojekt ist auf vier Jahre angelegt und wird von der EU-Komission finanziert. Als einer von mehreren Kooperationspartnern konnte das Max-Planck-Institut in Leipzig gewonnen werden. (nz/AP)