19-jähriger verkaufte gestohlene Netzdaten : 

netzeitung.deSimple Passwörter: Datendiebstahl ganz leicht

 Herausgeber: netzeitung.de

Wichtig: Sichere Passwörter (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wichtig: Sichere Passwörter
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Rund 4000 Datensätze von Netz-Usern spähte ein junger Mann aus Schwerin aus und bot sie auf Foren zum Verkauf an. Seine Kunden griffen zu und kauften fleißig im Internet ein - auf Kosten anderer.

Internetbetrug im großen Stil: Ein 19-Jähriger aus Schwerin hat Tausende Kreditkartendaten und Zugänge zu Online-Bezahldiensten ahnungsloser Kunden ausgespäht und verkauft. Seine Abnehmer konnten mit den gestohlenen Daten auf Kosten der eigentlichen Account-Besitzer einkaufen, wie die Polizei Köln am Montag mitteilte.

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler durch die Anzeige eines Anbieters von Online-Bezahlsystemen. Speziell geschulte Mitarbeiter des Unternehmens waren im Februar auf ein Internetforum aufmerksam geworden, in dem Zugangsdaten ihrer Kunden zum Verkauf angeboten wurden.

Sie kontaktierten den dubiosen Anbieter, um zu prüfen, ob es sich um echte Accountdaten handelte. Die Mitarbeiter kauften insgesamt 4000 ausgespähte Zugangsdaten, von denen mehr als 3600 sich als echt herausstellten.

Das gleiche Passwort
Bei der Durchsuchung der Schweriner Wohnung des 19-Jährigen wurden mehrere Computer sichergestellt. Der schon mehrfach wegen Betruges in Erscheinung getretene Verdächtige legte ein umfangreiches Geständnis ab: Er habe zunächst kleinere Internetforen auf Schwachstellen überprüft und die Mitgliederdaten ausgelesen.

Dann testete er mit illegaler Software, ob die Inhaber die Zugangsdaten auch für andere Internetdienste benutzen. Tatsächlich nutzten viele Opfer in verschiedenen Internetportalen das gleiche Passwort. Die Käufer der gestohlenen Accounts konnten dann kostenlos bei mehr als 11.000 Internetanbietern einkaufen, die am Online-Bezahlsystem teilnehmen.

Die echten Inhaber bemerkten dies meist erst bei der nächsten Kreditkartenabrechnung. Nach Angaben der Polizei wird auch gegen die Kundschaft des 19-Jährigen ermittelt: Die Käufer der gestohlenen Accounts müssten sich wegen des Verdachts des Computerbetruges verantworten. (AP)