Computer- und Videospiele:
Wo Zwerge das Imperium attackieren
19. Mai 2008 11:52
 |  Nicht so doll: Ein Troll | Screenshot: nz |
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Mit «Battle March» erhält das bekannte Echtzeit-Taktik-Spiel «Warhammer: Mark of Chaos» seine erste Erweiterung.
Björn Blassl und
Frank Magdans finden, dass die Fantasy-Klopperei nur ein bisschen unterhält.
Dem britischen Spielehersteller Games Workshop ist es im Verlauf seiner über 30-jährigen Unternehmensgeschichte gelungen, mit seinem miniaturgestützten «Warhammer»-Tabletop-System eines der markantesten Fantasy-Settings seit «Star Wars» zu kreieren.
Doch während vor allem die Science-Fiction-Variante «Warhammer 40.000» dank der «Dawn of War»-Reihe sich auch auf dem Markt der Computer- und Videospiele etablieren konnte, dümpelt das an «Der Herr der Ringe» erinnernde «Warhammer Fantasy Battles»-Szenario noch ein wenig vor sich hin – zumindest auf virtueller Ebene.Dabei wurde bereits im Jahr 1995 mit «Warhammer: Im Schatten der gehörnten Ratte» die erste Umsetzung realisiert, die genauso wie das drei Jahre später erschienene Sequel «Warhammer: Dark Omen» (vermutlich wegen der ungewohnten Spielmechanismen) jedoch nur mäßig Anklang fand.
Beim Versuch, dem Regelwerk treu zu belieben, wurden die beiden Titel als so genannte Echtzeit-Taktik-Spiele konzipiert. Im Gegensatz zu den populären Echtzeit-Strategie-Spielen liegt der Fokus hierbei weniger auf Ressourcenabbau und Mikromanagement. Vielmehr stehen die Planung und Durchführung epischer Schlachten im Vordergrund.
»Warhammer Fantasy Battles«
Doch wie heißt es so schön: Aller guten Dinge sind drei. Daher wurde mit «Warhammer: Mark of Chaos» vor zwei Jahren ein weiterer Versuch unternommen, «Warhammer Fantasy Battles» auch für die elektronische Spielwiese attraktiv zu machen. Offensichtlich ist das Konzept aufgegangen, denn mit «Battle March» erhält das Spiel jetzt seine erste Erweiterung.
Inhaltlich knüpft es an den Vorgänger an: Während sich die Menschen, Elfen und Zwergen mit den düsteren Heerscharen des Chaos im Krieg befinden, nutzen die Ork- und Goblinstämme die Gunst der Stunde und fallen ihrerseits über das Imperium her. Doch auch die hinterlistigen Dunkelelfen wittern ihre Chance ...
Altes Konzept
Obwohl das Add-on einige neue Einheiten beinhaltet und sich die Zahl der spielbaren Völker auf sechs erhöht, so ist es doch erstaunlich, dass sich, von der Grafik einmal abgesehen, seit '«Im Schatten der gehörnten Ratte» im Grunde nichts am Spielprinzip geändert hat.Wie gehabt müssen die eigenen Truppenkontingente vor der Schlacht platziert und ausgerichtet werden. Dabei können auch diverse taktische Überlegungen, wie die Auswahl bestimmter Formationstypen und die Beschaffenheit des Terrains mit ins Kalkül gezogen werden. War dieses Konzept 1995 noch geradezu revolutionär, so hat es heute längst seinen Reiz verloren.
Wirres Gewusel statt klarer Übersicht
Weshalb? Nun, zum einen hat beispielsweise die «Total War»-Reihe seit der Jahrtausendwende eben diesen Ansatz verfolgt und exzessiv ausgeschöpft, wodurch er nun schlicht altbacken wirkt. Zum anderen können sowohl die nette Optik als auch die stimmige Klangkulisse nicht über die Tatsche hinwegtäuschen, dass das Geschehen schnell zu einem langatmigen und wirren Gewusel ausartet, indem man nur bedingt Kontrolle ausüben geschweige denn den Überblick behalten kann. Vor allem das ungewollte Ableben eines Helden im Kampagnenmodus nervt, denn in der Regel bedeutet dies «Game over».
Trotz einiger Schwächen ist «Warhammer: Mark of Chaos» samt der Erweiterung «Battle March» nicht zuletzt wegen seines nostalgischen Charmes ein würdiger Vertreter des Echtzeit-Taktik-Genres – für «Warhammer»-Fans und geduldige Strategiespielfreunde also durchaus empfehlenswert. Wer sich allerdings nach rasanter Action wie in «Dawn of War» sehnt, sollte lieber einen anderen Titel auf der Festplatte seines Rechners installieren.
 |  Übersicht sieht anders aus: Spielszene | Screenshot: nz |
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«Warhammer: Mark of Chaos – Battle March» (Koch Media, Mai 2008, 19,99 Euro wurde von uns am PC gespielt. Voraussetzung ist die Vollversion von «Warhammer – Mark of Chaos». Das Spiel ist auch für die Xbox 360 erhältlich.