Restaurierte Festplatte aus «Columbia»:
Daten aus verglühter Raumfähre gerettet
13.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Sechs Monate nach dem Unglück ließ die Nasa sie zu den Spezialisten der Datenrettungsfirma Kroll Ontrack bringen. Grund zum Optimismus gab es nicht. Viele Teile waren verschmort. «Als wir es bekamen, waren es zwei Teile Metall, die zusammenklebten», sagte Jon Edwards von Kroll Ontrack. «Wir konnten nicht einmal sagen, dass es eine Festplatte war. Es war verbrannt und die Ecken waren geschmolzen. Es sah auf den ersten Blick sehr schlimm aus. Aber wir versuchen es immer.»
Dabei kam Edwards mehrere glückliche Umstände zu Hilfe. Die Festplatte war nur halbvoll. Beschädigt wurde der Teil, auf dem keine Daten waren. Dies war auch dem Umstand zu verdanken, dass die Daten nicht über die ganze Festplatte verteilt gespeichert wurden. Bei zwei weiteren Festplatten der «Columbia» hatte Edwards keinen Erfolg. Durch die glühende Hitze beim Eintritt in die Erdatmosphäre hatte ihr Metall die Eigenschaft verloren, die magnetische Ladung zu halten, mit der die Daten gespeichert werden.
Bei der Mission der «Columbia» waren viele Daten von Experimenten schon während der Forschungsarbeiten im All zur Erde gesendet worden. Bei dem Experiment, dessen Daten auf der Festplatte gefunden wurden, waren das immerhin 85 Prozent. Um das Experiment über die Eigenschaften von flüssigem Xenon nun abschließen und auswerten zu können, waren aber alle Daten erforderlich. Sie konnten nun analysiert werden.
Nach der Veröffentlichung durch die Forscher ging auch Kroll Ontrack mit der Geschichte der Rettung der Daten an die Öffentlichkeit. (Brian Bergstein/AP)

