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Angst vor Enthüllungen durch Online-Karten: 

China will Google Maps zensieren

09. Mai 2008 11:23
Auch Google Earth droht in China das Aus.
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Die chinesische Regierung geht gegen Internet-Anbieter vor, die Taiwan als eigenständiges Land zeigen. Auch Google Maps und Google Earth werden kontrolliert – zumal sie Militärgeheimnisse gefährden.

Die chinesische Regierung hat beschlossen, verstärkt gegen Online-Kartendienste vorzugehen. Erlaubt sind künftig nur noch staatlich kontrollierte Versionen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, werden die Betreiber entsprechender Seiten seit April überprüft. Demnach sind die Programme Google Earth und Google Maps, Nasa World Wind und Microsoft Virtual Earth in China gesperrt.

An der Untersuchung, die bis Ende 2008 laufen soll, wirken insgesamt acht chinesische Behörden mit. Darüber hinaus wird die Bevölkerung aufgerufen, entsprechende Websites bei einer eigens eingerichteten Hotline zu melden. Das Online-Portal «Macwelt» zitiert den stellvertretenden Direktor des staatlichen Amts für Überwachung und Kartografie, Min Yiren: Die chinesischen Behörden wollten Karten entfernen, die «militärische Geheimnisse verraten und die nationale Sicherheit gefährden könnten».

Geheime U-Boote entdeckt

Gemeint sind Funde wie die von Hans Kristensen. Wie «T-Online» berichtete, entdeckte der Wissenschaftler der «Federation of American Scientists» letztes Jahr bei Google Earth ein geheimes Atom-U-Boot in der chinesischen Marine-Basis Xiaopingdao. Bereits 2006 hatten Google-Earth-Nutzer Trainingsmethoden des chinesischen Militärs aufgedeckt, bei denen eine Strategie aus dem Apollo-Programm der Nasa kopiert wurde. Nach Angaben des Nachrichtenportals «Shortnews.de» fanden sie neben dem entlegenen chinesischen Dorf Huangyangtan eine entsprechende Wüstensand-Militärbasis.

Yiren äußerte, dass auch gegen einheimische Internetseiten vorgegangen werde, wenn ihre Online-Landkarten Taiwan als «eigenständiges Land» darstellten oder «wichtige Inseln» ausließen. Es gäbe bisher rund 10.000 «illegale» Karten mit «falschen» Landesgrenzen im Internet.

Google Ditu zeigt eine andere Grenzführung

Die Betreiber müssten mit einer Strafe rechnen und würden dazu aufgefordert, die Ortsangaben nach der Vorstellung der chinesischen Regierung zu ändern. Bereits im letzten Jahr hatte sie die Kartografie für ausländische Organisationen eingeschränkt. Nun stehen besonders Karten von militärischen Einrichtungen im Blickfeld der Ermittler.

Seit Februar 2007 gibt es bereits eine eigene chinesische Version von Google Maps: Sie heißt Google Ditu und unterscheidet sich in der Darstellung der Grenzen Chinas. Während Google Maps die umstrittenen Grenzen zu Indien, Pakistan und Tadschikistan mit einer gepunkteten Linie kennzeichnet, stellt Google Ditu sie mit durchgezogenen Linien dar. Auch Taiwan wird dort klar als Teil Chinas betrachtet.

Leichte Fälschung digitaler Geodaten

Hierzulande scheint sich das Problem von allein zu erledigen: «Warum gibt es beim deutschen Google Maps keine genauen Straßenpläne für chinesische Städte?», fragt «Qiaozhi» im Diskussionsforum der Website. «Gibt es rechtliche Gründe, die dies verbieten? Ich sehe gerade, dass in der chinesischen Version Ditu alles funktioniert.» Eine Antwort gibt es bisher nicht.

Mit Google Earth kann man per Satelliten-Aufzeichnung in die Welt zoomen – aber nicht alles auf dem Bildschirm bildet die Wirklichkeit ab, wie zensierte und retuschierte Bilder zeigen. Technisch sei die Fälschung digitaler Geodaten kein Problem, meint das Online-Wissensmagazin «Scinexx».

 
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