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Frische Software für Navis und Handys: 

Wann Updates sinnvoll sind

11. Mai 2008 09:38
Was Neues? Update-Funktion am Handy
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Klar, Betriebssysteme und Browser von PC und Notebook sollten regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden. Aber ist das auch bei Navigations- und Mobilfunkgeräten oder digitalen Bilderrahmen nötig?

Ob Handy, Navi oder digitaler Bilderrahmen - die meisten technischen Geräte tragen heute wie ein PC einen Mikroprozessor in ihrem Inneren. Was dieser Chip zu tun hat, sagt ihm ein Programm - die sogenannte Firmware. Viele Gerätehersteller bieten regelmäßig neue Versionen der Firmware an, etwa um Funktionen zu ergänzen, Fehler zu beheben oder Sicherheitslücken zu schließen. So mancher steht solchen Updates dennoch skeptisch gegenüber, nicht zuletzt weil solche Aktualisierungen schon zu Problemen geführt haben.

Die Frage, ob Updates wirklich sein müssen, sehen Experten unterschiedlich. Einig sind sich die meisten zumindest im Hinblick auf Updates für das PC-Betriebssystem: Oliver Stauch von der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift «connect» zum Beispiel rät Windows-Nutzern, die von Microsoft angebotenen Updates für den Heimrechner wahrzunehmen - schon um Sicherheitslücken zu stopfen.

Anders sieht es hingegen bei Navigationsgeräten oder Handys aus. Hier hängt die Entscheidung laut Stauch unter anderem davon ab, wann man das Produkt gekauft hat: «Wer sich ein Gerät kurz nach der Markteinführung zulegt, hat es meistens noch mit einem verbesserungswürdigen Apparat zu tun.» Gerade in den ersten Monaten kämen per Updates noch viele Funktionen hinzu.

Erst verkaufen, dann fertig stellen

Etwas überspitzt lässt sich sagen, dass viele Hersteller ihre Geräte immer schneller und daher auch immer öfter «unfertig» auf den Markt bringen. Fertig gestellt wird das Produkt, wenn es schon längst beim Kunden ist - mit Hilfe von Updates. Ein Gerät, das bereits seit einem halben Jahr oder länger auf dem Markt ist, sei dagegen meist im ausgereiften Zustand erhältlich, so Stauch. In diesem Fall lohne sich ein Update nicht mehr so sehr.

Bei Handys kommt es Stauch zufolge zudem bei der Frage nach Updates darauf an, welcher Benutzertyp der Besitzer ist. Aktualisierungen bei Handys könnten beispielsweise eine bessere Kamera-Bildqualität bringen oder eine Reduzierung des Akkuverbrauchs. Wer aber gut mit seinem Mobiltelefon klarkommt und Sonderfunktionen kaum nutzt, könne in Ruhe dem Motto folgen «Never change a running system» - bloß nichts an einem funktionierenden System ändern.

Wer unsicher ist, sollte beim Händler fragen, was aktuelle Updates für sein Handy bringen. «Wer sich nicht ständig in Internetforen herumtreibt, in denen man alles und manchmal auch zu viel erfahren kann, muss sich bei Handys nicht verrückt machen lassen», sagt Stauch. Handys stürzten ohne neuestes Update nicht gleich ab.

Die rechtliche Situation

Wie aber ist die rechtliche Situation, wenn ein elektronisches Gerät nach einem Update nicht mehr einwandfrei läuft? Dann müsse der Hersteller die Sache wieder in Ordnung bringen, erklärt der Rechtsanwalt Thomas Lapp aus Frankfurt/Main. Das gelte jedoch nur, wenn die Firmware auch vom Hersteller bereitgestellt und vom Kunden korrekt angewendet wurde, so das Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein.

Für Versandkosten muss der Hersteller aufkommen, wenn er das fehlerhafte Update bereitgestellt hat. Gibt es die Möglichkeit, das streikende Gerät in den Auslieferungszustand zurückzuversetzen, müsse der Kunde dies machen. Stammt die Software von einem Händler, müsse sich der Kunde an diesen und nicht an den Hersteller wenden.

Browser-Updates

Vergleichsweise oft werden Updates zum Beispiel für Internet-Browser angeboten. Die Empfehlung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn lautet, Browser regelmäßig zu aktualisieren. Im Falle des Internet Explorers sorgt Hersteller Microsoft für regelmäßige Aktualisierungen. Kommt es durch das Update zu ernsthaften Problemen, könnte es laut BSI-Sprecher Matthias Gärtner allerdings schwer bis unmöglich sein, den Schaden nachzuweisen und gegebenenfalls Schadenersatz zu erhalten.

Bei Open-Source-Projekten wie Firefox sorge die Internet-Community für die Kontrolle. «Zwar hat man da kein rechtlich eindeutiges Gegenüber, hier kann man aber darauf vertrauen, dass das Hersteller-Team und die Verwurzelung in der Community für ausreichend Sicherheit sorgen», sagt Gärtner. Schadenersatz dürfte es auch hier im Ernstfall kaum geben. Aber das dürfte nicht nur für Browser gelten, sondern auch für jegliche andere Software. (Gregor Tholl/dpa)

 
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