Förderung von Netztagebüchern: 

netzeitung.deEU-Geld für die Blogger

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Blogger können eventuell bald EU-Geld kassieren Screenshot: nz (Screenshot: nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Blogger können eventuell bald EU-Geld kassieren Screenshot: nz
Screenshot: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das EU-Parlament sorgt sich um die kulturelle Vielfalt der Medienwelt. Weblogs sollen deshalb finanziell gefördert werden - was ihre Unabhängigkeit gefährden könnte.

Der Kulturausschuss des Europäischen Parlaments bereitet einen «Bericht über Maßnahmen zur Unterstützung alternativer Medien» in Europa vor. Ziel sei, «eine pluralistische Medienumwelt und kulturelle Vielfalt garantieren». Wie das IT-Portal «Golem.de» berichtet, schlägt der Plan unter anderem Fördermaßnahmen für so genannte Community-Medien vor. Auch die Blogosphäre gehört dazu.

Die zunehmende Konzentration im Bereich der klassischen Massenmedien lasse die Parlamentarier nach neuen Verbreitungswegen für Informationen Ausschau halten, heißt es im «Golem»-Artikel. Der erste Entwurf des EU-Berichts, der im Rahmen der Revision des Telekommunikationsgesetzes entstehe, umfasse Non-Profit-Medien. Sie sollten «die Community über ihre Handlungen und Entscheidungen informieren, diese rechtfertigen, und im Falle eines Fehlverhaltens bestraft werden». Solche Medien seien «ein effektives Mittel, um die kulturelle und sprachliche Vielfalt zu stärken, die soziale Einbeziehung und die lokale Identität.»
EU-Fonds für Blogger und Community-Medien
Neben der genauen Definition der zu unterstützenden Medien, die ihnen einen rechtlich anerkannten Status verschaffen soll, sehe der Bericht auch ihre Finanzierung aus verschiedenen EU-Fonds vor. Außerdem seien die Entsendung von «Community-Medien-Mitgliedern» in nationale Aufsichtsbehörden und die Einrichtung einer vernetzenden Informationsplattform in der Diskussion.

Bisher verdienen Blogger - wenn überhaupt - durch «Affiliate Marketing» Geld: Sie bauen Werbemittel in ihre Website ein. Klickt ein Besucher sich darüber zu einem Anbieter durch und vollzieht einen Online-Kauf, erhält der Blogger eine Provision. Reich wird so fast niemand. Problematisch an der EU-Unterstützung ist, dass nur ein geringer Teil der kursierenden Text-, Audio- und Video-Blogs den strengen Definitionen des Kulturausschusses genügen könnte.

Angst vor politischer Einflussnahme
Einige «Golem»-Leser betrachten im Forum des Portals aber nicht nur eine Aufsplittung der Blogger-Welt in bezahlte und nicht bezahlte Autoren kritisch – sie diskutieren auch die politische Einflussnahme. Während die einen die Förderung etwa von regionalen Weblogs als «Möglichkeit sich abseits von Leserbriefen in der Lokalpresse mit dem Geschehen in ihrer direkten Umgebung auseinanderzusetzen» begrüßen, fürchten andere den Verlust ihrer Unabhängigkeit. «Jedes so 'geförderte' Blog sollte mit einem Warnbanner versehen werden», kommentiert User «Zweifler 123»: «Diese Nachrichten werden Ihnen präsentiert vom EU-Parlament.»



Für das Web ediert von Maike Schultz