Sichtung aller deutschsprachigen Einträge :
Qualitätskontrolleur-Casting bei Wikipedia
07.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Dass diese unerwünschten PR-Strategien überhaupt ans Licht kamen, ist dem US-Hacker Virgil Griffith zu verdanken. Er erfand 2007 den «Wikiscanner», eine Kontroll-Software, für die er eine Kopie der englischen Wikipedia-Datenbank mit einem Verzeichnis von Firmen-IP-Adressen kombinierte. Das Ergebnis ist eine Datenbank mit mehr als 30 Millionen Texten, die jeder Internet-Nutzer auf verdächtige Einflussnahme hin durchsuchen kann. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales freute sich über diese Möglichkeit.
Einen bereits gesichteten Artikel erkennt man an einem Kästchen in der rechten oberen Ecke der Seite. Ungesichtete Versionen haben ein rotes Ausrufezeichen in den letzten Änderungen und der Beobachtungsliste. Eine «Stimmberechtigung» erhält jeder angemeldete Nutzer, der seit mindestens zwei Monaten aktiv mitarbeitet und in dieser Zeit mindestens 200 Korrekturen vorgenommen hat. Interessierte Teilnehmer können sich auf einer eigens dafür geschaffenen Wikipedia-Seite bewerben.
Seit rund fünf Jahren trägt die gemeinnützige Wikipedia Foundation in ihrem Online-Lexikon Einträge zusammen, die von Millionen Nutzern weltweit erstellt werden. Jeder Nutzer kann eigene Beträge vorschlagen oder hochladen und bestehende Einträge ändern oder ergänzen.
Das System der neuen Überprüfung stammt aus einem Gemeinschaftsprojekt von Wikimedia Deutschland, Wikimédia France und der Wikimedia Foundation in San Francisco. Allein für die deutschsprachige Ausgabe soll es mehr als 10.000 regelmäßige «Mitarbeiter» geben. Nach ersten Erfahrungen soll dann über eine Einführung in anderen Sprachausgaben entschieden werden. (nz/dpa)

