Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Helfer-Software bei Systemabstürzen: 

Wenn der PC Erste Hilfe braucht

05. Mai 2008 11:41
Erste-Hilfe-Programm Knoppix
Bild vergrößern
Von Knoppix-Live bis zum Rootkit-Scanner: Eine ganze Reihe von Notfall-Software kann bei Systemabstürzen oder defekten Betriebssystemen den Computer wieder zum Laufen bringen - ein kleiner Überblick.

Unvorbereitete Computernutzer trifft es am härtesten: Wenn das Betriebssystem nicht mehr hochfährt, unerwünschte Werbe-Pop-Ups den Desktop zukleistern oder das ganze System lahmt, weil Schadprogramme in aller Ruhe die Festplatte auslesen, ist guter Rat oft teuer. Deshalb ist es empfehlenswert, ein schlagkräftiges Erste-Hilfe-Paket für den PC parat zu haben. Damit lässt sich der außer Kontrolle geratene Rechner im Notfall oft wieder flott machen.

«Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, bootet man mit einem alternativen Betriebssystem», erklärt Klaus Dembowski, Sachbuchautor und Diplom-Ingenieur am Institut für Mikrosystemtechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Eine empfehlenswerte Lösung, um wieder Zugriff auf Rechner und Daten zu bekommen, wenn das Betriebssysstem streikt, sei die sogenannte Knoppix-Live-CD.

Diese kostenlos herunterzuladende Linux-Distribution lässt sich direkt von einer selbst gebrannten CD oder DVD starten. Knoppix Live enthält eine Reihe von Programmen, mit denen der PC-Besitzer wieder Herr über seinen Rechner werden oder zumindest einige Daten retten kann.

Eine für die Virenjagd abgespeckte Knoppix-Variante namens Knoppicillin mit neuer Benutzerführung hat die IT-Sicherheitsexpertin Christiane Rütten entwickelt: «Es ist komplett darauf ausgelegt, Virenscanner laufen zu lassen, man kann sonst gerade mal den Firefox-Browser starten, um ins Internet zu gehen», erklärt Rütten, die bei der in Hannover erscheinenden Zeitschrift «c't» arbeitet. Knoppicillin steht ebenfalls zum kostenlosen Download im Internet. «Die Download-Version ist primär dazu gedacht, selbst Virenscanner einzubinden», erklärt Rütten. Dazu seien aber Linux-Kenntnisse notwendig.

Boot-Reihenfolge

Damit der Rechner beim Booten mit Live-CDs auch wirklich wieder Leben zeigt, ist eine Einstellung von überragender Bedeutung: «Stellen Sie die Boot-Reihenfolge im BIOS so ein, dass in der Boot-Reihenfolge das CD-Laufwerk an erster Stelle aufgeführt ist», rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn.

Sonst versucht der Rechner - vielleicht wieder vergeblich - von der Festplatte zu booten. Bevor die CDs zum Einsatz kommen, kann sich unter Umständen auch der Versuch lohnen, Windows-Rechner und Virenscanner im sogenannten abgesicherten Modus zu betreiben. Dazu muss beim Booten die Taste «F8» oder «F5» gedrückt werden.

Schadsoftware

Wenn der Rechner nicht an Schadsoftware, sondern an korrupten Dateien krankt, helfen Virenscanner und meist auch Live-CDs nicht weiter. «Wenn ein System gut funktioniert, sollte man ein Image machen», rät Klaus Dembowski deshalb grundsätzlich. «Sollte einmal irgendetwas zerschossen sein, kann ich mein System so komplett wiederherstellen.»

Die Image-DVDs werden beim Brennen von Programmen wie Acronis True Image oder Symantec Norton Save & Restore automatisch bootfähig gemacht. Auch Windows Vista bietet in den Versionen Ultimate, Business und Enterprise einen Imager namens Complete PC-Sicherung.

Liefert ein Virenscan keine Erklärung für ein seltsames Verhalten des PCs, könnte ein sogenanntes Rootkit den Rechner befallen haben. Rootkits sollen Schadsoftware vor Nutzer und Antivirenprogrammen verbergen. Diesen doppelten Boden können Anwender Cyberkriminellen durch den Einsatz spezieller Programme zur Rootkit-Erkennung unter den Füßen wegziehen - beispielsweise mit F-Secures Blacklight oder Helios vom Hersteller Miel. Diese Software stöbert Rootkits auf und kann sie auch löschen.

Spyware

Unregelmäßigkeiten im PC-Betrieb können auch von sogenannter Malware oder Spyware herrühren, die dem Nutzer schaden oder ihn ausspionieren soll. Ihnen rückt Freeware wie Spybot Search & Destroy oder Lavasoft Ad-Aware zu Leibe.

Hilfreich ist es auch, zu sehen und zu kontrollieren, welche Programme mit Windows starten: CodeStuff Starter ermöglicht dies zum Beispiel. Bei so vielen Hilfs-Programmen lässt sich der nächste PC-Absturz hoffentlich ohne Panikattacke überstehen. (Dirk Averesch/dpa)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zum Tarifrechner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.