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EM 2008 – Portugal ist Europameister
04. Mai 2008 08:58
 |  Spielszene aus 'Uefa Euro 2008' | Foto: EA Sports |
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Die Fußball-EM rückt näher, vielerorts werden erste Tipps abgegeben. Da ist die
Netzeitung schon weiter. Vier Mitarbeiter haben den Sieger ermittelt – mit dem Spiel «Uefa Euro 2008» auf der Playstation 3.
Portugal ist nach einem verdienten 1:0-Sieg im Finale gegen Spanien Fußball-Europameister 2008. Deutschland schied nach einer nicht ganz souveränen Vorrunde im Viertelfinale gegen Portugal im Elfmeterschießen aus. Insgesamt zeichnete sich das Turnier durch viele technische Schwächen und wenige Tore aus. So lautet das Netzeitungs-Fazit der EM 2008.
Sie hat doch noch gar nicht stattgefunden, mögen Sie nun einwenden. Doch, sie hat: Am Mittwochabend trafen sich vier Mitarbeiter der Netzeitung und spielten das Turnier durch: Getestet wurde das neue Konsolenspiel «Uefa Euro 2008», als Spielgerät kam die Playstation 3 zum Einsatz. Beteiligt waren Patrick Loewenstein, Martin Krauß und Marcus Gottschalk - allesamt Männer des Sports – sowie Internet-Redakteur Maik Söhler.Um den Ball (und manchmal auch um die Beherrschung der Controller) gekämpft wurde gute fünf Stunden lang: ein Spiel pro Vorrundengruppe, ein Viertelfinale, eine Halbfinale und schließlich – längst war ein neuer Tag angebrochen – das Finale. Einiges war zu erwarten, aber vieles kam sehr überraschend.
Auf Online-Matches mit echten Gegnern verzichteten die Tester ebenso wie auf die Erstellung eigener Spieler und deren Integration in den Kader. Beides wäre technisch möglich gewesen. Das Ziel war aber, so nah wie möglich an der EM 2008 zu bleiben. Genug davon, Anpfiff!
Deutschland - Österreich
Wir beginnen in Gruppe B mit einem Fußballklassiker: Deutschland (Patrick Loewenstein) gegen Österreich (Martin Krauß). Beide Spieler kämpfen sichtlich mit den Controllern, aber auch erbittert gegeneinander. Schon nach drei Minuten tritt Christoph Metzelder seinen Gegner um. Krauß: «Metze ist echt link.» Gelegentlich sind Spieler und Trainer in der Nahaufnahme zu sehen, manche sind den realen Vorbildern ähnlich, andere nicht. Krauß: «Ist das Pepi Hickersberger da auf der österreichischen Trainerbank?» Österreich drängt, mit Erfolg. In der 14. Minute fällt das 1:0. Torschütze ist Martin Stranzl. Loewenstein: «Das war doch keine Offensiv-Aktion. Das war ein Defensiv-Desaster.»
 |  Die Deutschen: Szene aus 'Uefa Euro 2008' | Foto: EA Sports |
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Zur Pause führt Österreich mit 1:0. Krauß: «Es könnte auch drei oder vier zu null stehen.» - Loewenstein: «Die Österreicher haben sich total verausgabt. Und jetzt gibt's Druck.» Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Wieder missglücken viele Pässe, Loewenstein: «Man sollte die Quadrattaste einfach zukleben.» Mit dem Quadrat auf der Steuerung werden weite Pässe geschlagen, mit dem X kurze, mit der Kreistaste wird geschosssen. Schnell erregen die Kommentare des Moderatorenduos Tom Bayer und Sebastian Hellmann Missfallen. Krauß: «Tom Bayer redet nur Mist. In echt ist der besser.» Überraschend fällt in der 64. Minute der Ausgleich durch Miro Klose. Loewenstein: «Ich kann mit dem Unentschieden leben.» - Krauß: «Da werden Erinnerungen an die Schande von Gijon wach.» Endergebnis: 1:1. Zum Spieler des Tages wird Jens Lehmann gekürt. Die Spielstatistik weist aus: «Gewonnene Zweikämpfe: Deutschland 15, Österreich fünf.» Bei den Österreichern kamen 69 Prozent aller Pässe an.
Rumänien – Frankreich
Neues Spiel, Gruppe C. Loewenstein spielt Rumänien, Frankreich wird von Maik Söhler aufs Feld geführt. Kommentatoren: Wieder Tommy Bayer und Sebastian Hellmann. Rumänien beginnt offensiv, aber glücklos. Hellmann: «Das machen die Abwehrspieler richtig gut.» Loewenstein: «Das verstehe ich nicht.» Bayer: «Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch.» Loewenstein: «Ich setze keinen Pfifferling auf Frankreich.» Söhler: «Wieder in die Wolken. Ich glaube, du hast recht. Wenn Frankreich so spielt, haben die keine Chance.» Loewenstein: «Mir bricht bald der Finger ab.»
 |  Szene aus 'Uefa Euro 2008': Frankreich | Foto: EA Sports |
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0:0 zur Halbzeit. Söhler: «Ich werde wechseln. Anelka und Henry raus. Ich bringe Benzema und Trezeguet.» Loewenstein: «Der beste Mann ist Lobont, mein Torwart.» Söhler: «Immer diese Fehlpässe, wie furchtbar.» Kommentator Bayer: «Wenn die so weiter spielen, wird es irgendwann klappen.» 72. Minute, 1:0 für Frankreich, Torschütze Benzema. Loewenstein: «Ich wechsle Coman ein. Dafür geht Rat.» Einblendung: «Du darfst keinen Feldspieler für einen Torwart einwechseln.» Loewenstein: « Dann nehme ich Badoi, sein Bruder steht schon auf dem Platz.» Foul von Radoi. Loewenstein: «Radoi?» - Söhler: «Es gibt Radoi und Badoi, deine Brüder sind keine.» - Loewenstein: «Die haben verschiedene Väter.» Es bleibt beim 1:0.
Schweiz - Türkei
Gruppe A, Gastgeber Schweiz (Söhler) gegen die Türkei (Krauß). Die tumultartigen Szenen in der Qualifikation zur WM 2006 sind allen Beteiligten präsent, vielleicht rührt daher das lange, konzentrierte Schweigen, das dieses Spiel begleitet. Krauß (zum Kommentator): «Kannst doch mal den Sturmlauf loben.» - Söhler: «Kann man auch die Kommentatoren auswechseln?» Zur Halbzeit steht es 0:0.
Söhler: «Wo is'n der Ball?» - Krauß: «Na, ich hab ihn!» Kommentator: «Eine Glanzparade des Keepers!» - Krauß: «Der hat ihn ganz normal gefangen, Idiot!» - «Antitürkische Verschwörung hier!» Es bleibt beim 0:0. Söhler: «Das ist nicht unrealistisch.» Kollege Marcus Gottschalk kommt. Bis 23 Uhr hat er in den Räumen der Netzeitung das Champions League-Spiel Chelsea vs. Liverpool (3:2) verfolgt und redaktionell betreut. Nun wird Gottschalk schnell in die Gerätschaften eingewiesen.
Griechenland - Spanien
Gruppe D, Gottschalk wählt Griechenland, Krauß spielt mit Spanien. Gottschalk: «Torres, du A…!» – «Du Blinder!» - Krauß: «Da hätte ich treffen können – ja müssen!» – Gottschalk: «Ein Pfostenkracher!» 1:0 zur Halbzeit, in der 41. Minute traf Torres. Krauß: «Ich wechsele nicht – ich kenne die ja eh nicht.» Zweite Halbzeit, Anpfiff. Kommentator: «Die wollen unbedingt noch den Ausgleich.» - Gottschalk: «Ausgleich? Wir gewinnen!» Loewenstein: «Wer bitte ist denn F. Fabregas? Es gibt doch nur C. Fabregas. Dass die bei einem Megaseller nicht mal die Namen richtig schreiben können.» - Gottschalk: «Puyol sieht ja lustig aus, mit diesem Flokati auf dem Kopf.»Gottschalk: «Das ist Zeitspiel!» Krauß: «Das bist du doch.» Gottschalk: «Nein, das ist dein Torwart.» Krauß: «Ach so! Erstmal ein bisschen Ruhe ins Spiel bringen.» Es bleibt beim 1:0. Krauß: «Ich habe dich demontiert.» – Gottschalk: «Dein Torwart ist der Spieler des Tages und du willst mich demontiert haben?» - Loewenstein: «Griechenland spielt mit und es hat laut der Spielstatistik null Fouls gegeben. Da stimmt doch was nicht.»
 |  Szene aus 'Uefa Euro 2008': Stadionatmosphäre | Foto: EA Sports |
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Viertelfinale: Deutschland – Portugal
Die Gruppenphase ist beendet. Wir legen uns auf die Viertelfinal-Partie Deutschland (Söhler) gegen Portugal (Gottschalk) fest. Söhler: «Erstmal die Standardaufstellung ändern. Podolski raus, Gomez rein.» - Gottschalk: «Nunio Gomez für Cristiano Ronaldo. Der sieht besser aus.» Das Spiel beginnt. Söhler: «Mit den Spielerhaaren müssen sich die Entwickler was einfallen lassen.» - Gottschalk: « Die sehen aus wie Zombies.» - Söhler: «Scolari ist aber super getroffen.» - Kommentator Bayer: «Jetzt müsste er schießen.» - Loewenstein: «Finden alle EM-Spiele im Berliner Olympiastadion statt? Das sollte man mal kritisch vermerken.»
Gottschalk: «Der Kevin hätte den gemacht. Ey, Frings, du Klopper. Foul war das!» Söhler: «Ich will auswechseln. Das hat so keinen Zweck. Schneider, das war gar nix. Bringe Helmes für Schneider.» – Gottschalk: «Wieder dieser Frings. Der ist wie im richtigen Leben. Jetzt schnell den kurzen Pass spielen. Da fallen die Deutschen immer drauf rein.» Viele Chancen, kein Tor. Gottschalk: «Das sieht nach Verlängerung aus.» Moderator Hellmann: «Es fehlt das letzte Quäntchen.» Söhler: «Ich muss noch mal wechseln.» Gottschalk: «Ich würde Jansen, Mertesacker, Borowski und Metzelder rausnehmen.» Söhler: «Borowski gegen Schweinsteiger.» Gottschalk: «Schweini und die Portugiesen – das fällt ihm erst in der 70. Minute ein!»
Söhler: « Die erste Verlängerung in diesem Turnier.» Loewenstein: «Das ist ja ein Grottenkick hier.» Söhler: «Lehmann! Ganz stark.» Wieder kein Tor, Elfmeterschießen. Ballack läuft zum ersten Elfmeter an: 1:0. Quaresma: 1:1. Frings: 2:1. Maniche: 2:2. Söhler: «Lehmann, wo ist dein Zettel?» Gomez: 3:2. Nunio Gomez: 3:3. Helmes verschießt. Deco: 3:4. Gottschalk: «Drin!» Klose: verschießt. Gottschalk: «Goodbye, auf Wiedersehen, Adios.» Söhler: «Ich habe Deutschland versagen lassen - und das auch noch im Elfmeterschießen. Da muss ich ja wohl abtreten.»
Halbfinale: Spanien – Italien
Söhler (Italien) darf noch einmal allein gegen die Konsole (Spanien) ran. Spanien gewinnt 4:1. Die Technik zeigt dem Menschen seine Grenzen auf. Kein weiterer Kommentar.
Finale: Spanien - Portugal
Krauß, Portugal: «Ich bin der Herr Scolari. Aber ich kann gar nicht auswechseln.» Loewenstein spielt Spanien. Ein Skandalspiel: Schon nach fünf Minuten kommt es beim Stand von 1:0 für Portugal zum Spielabbruch, als sich herausstellt, dass ein Team vom Computer und nicht vom Spieler gesteuert wird. Neustart, beide Mannschaften werden sehr offensiv aufgestellt.
Erste Chance für Portugal nach drei Minuten. Tom Bayer: «Klasse Pass – hinein in die Gefahrenzone». Spanien hat zwei Chancen zwischen der sechsten und der achten Minute. Die Spieler schweigen meist hochkonzentriert. Gottschalk: «Spanien ist taktisch schlecht aufgestellt – was macht Guti denn auf der linken Seite?» Plötzlich das 1:0 für Portugal, Hugo Almeida trifft in der 24. Minute. Spanien drückt, Krauß: «Erst mal wieder Ruhe reinbringen.» 43. Minute, Torres nach einem Solo an den Pfosten, Schlagabtausch, 53. Minute: Quaresma aus spitzem Winkel, aber der spanische Torwart hält.In der 65. Minute wieder Almeida, diesmal allein vor Spaniens Keeper Casillas, er scheitert. Loewenstein: «Torwart kann ich, sonst kann ich nichts.» Moderator Hellmann: «Auf der Linie gerettet.» Loewenstein: «Auf der Acht-Meter-Linie oder was meint er?« Krauß: »Erstmal Ruhe ins Spiel bringen.»
Das Spiel ist aus, Portugal ist Europameister! Fazit Krauß (Portugal): «Super Sturmläufe, super Solos!» Fazit Loewenstein (Spanien): «Das ganze Spiel lang gemauert, ein Tor geschossen und Europameister geworden. Wie einst die Griechen.» Uefa Euro 2008 – EA Sports, April 2008, 40 Euro – wurde von uns auf der Playstation 3 gespielt. Es ist auch für Playstation 2, PSP, Xbox 360 und als PC-Spiel erhältlich.
Für das Web ediert von Maik Söhler