22.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die wenigsten Krankenhäuser haben Hygiene-Ärzte
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Jährlich sterben mehr Menschen an Krankheitserregern in Kliniken als an Grippe oder Aids. Hygiene-Fachärzte in Krankenhäusern könnten die Infektionen eindämmen.
Durch im Krankenhaus zugezogene Infektionen sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen als an den Folgen einer Grippe- oder Aidserkrankung. Man müsse von mindestens 50.000, eher aber 100.000 Toten pro Jahr ausgehen, erklärte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, Klaus-Dieter Zastrow.
«Wir haben eine drastische Zunahme Antibiotika-resistenter Krankheitserreger zu verzeichnen», sagte er. Der wirtschaftliche Schaden gehe in die Milliarden Euro. Zu Beginn des 9. Internationalen DGKH-Kongresses rief Präsident Axel Kramer die Regierung und vor allem das Gesundheitsministerium auf, eine ausreichende Zahl von Hygiene-Fachärzten an den Krankenhäusern per Gesetz vorzuschreiben. «Ohne die gesetzliche Verankerung des Hygienefachpersonals im Infektionsschutzgesetz werden wir die Anforderungen der Hygiene nicht flächendeckend umsetzen können», sagte er.
Es reiche nicht aus, «einen Hygienebeauftragten einzusetzen. Wir benötigen bestens ausgebildetes Fachpersonal, wie den Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin und Hygienefachpflegekräfte in ausreichender Zahl in unseren Krankenhäusern», erklärte Zastrow. Er verwies auf Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, das bereits 1994 für Akutkrankenhäuser ab 450 Betten mindestens einen hauptamtlichen Krankenhaushygieniker gefordert habe. Derzeit verfügten nur fünf Prozent aller deutschen Krankenhäuser über eigene Hygiene-Fachärzte. (AP)